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tfAN
8 1926
DIE
HUMMELN BOUMENS.
VON
PROF. FR. KLAPALEK.
MIT 10 TEXTFIGUREN.
ARCH1V KUR DIES NATURWISSENSCHAFTLICHE LANDESDURCHFORSCHUNG
VON BOHMEN. (BAND XII., Nro 8.)
P R A G.
KOMMISSIONSVKRLAG VON FR. RIVNA6. — DRUCK VON DR. ED. GRF.GR A SYN.
1905.
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.
Vorwort.
Die erste und entscheidende Anregung uasere Hummelarten systematisch zu
bearbeiten, gab mit der leider friibzeitige Tod meines werlen Freundes und Collegen
Ladislaus Duda, eines vorztlglichen bolunisdien Entomologon. Aus dera haufigen
Personlichen Umgange waren mir der Fleifi und Sorgfaltigkeit bekannt, mit welchen
e>' das Material saininelte, als er sich vorbereitete, die bohmischen Hummeln zu
bearbeiten und so die Bestimmung derselben uns zu erleichtern, und darum, als er
Verschied, vermocbte icb es nicbt ertragen, dafi seine reiche Saramlung fiir die
Wissenschaft unbenutzt und das schone Ziel, welcbes er sich gestellt, unerreicht
bleiben sollte. Ich machte also seiner Schwester Fraul. Marie Duda das Anerbieten
dafi icb die Sammlung, welche unterdessen in den Besitz des Museums fur das Konigl
'eich Bohmen gekoinmen, bearbeiten und das Bucb, welches er vorbereitete; selbst
sdireiben werde. Hiernit iibergebe ich dasselbe der Oeffeutlichkeit. Dafi es erst nach
oi
nor so langen Zeit geschieht, lafit sich dadurch erkliiren, dafi ich genotigt war, niich
selbst praktisch in das Studium liineiuzuarbeiten, obwohl ich aus friiheren Zeiten eine
ei
gene iibersichtliche Sammlung besafi, und nebstdem hat der Verstorbene, zerstreute
biologische Aninerkungen und Synonymik ausgenomrnen, nichts anderes im Manuskriptehinterlassen. Das Biichlein, welches ich hier der Oeffentlichkeit vorlege, hat
1{
einen anderen Zweck, als jenen, welche mit dieser interessanten Insektengruppe
s
'di befassen wollen, die Bestimmung dos zusammengebrachten Materials zu er"ioglichen. Wer das Studium wissenscbaftlich weiter verfolgen will, mufi natiirlich
audi andere in fremden Sprachen verfasste Schriften sich versehaffen. Ich verweise
bier auf Dr. H. L. Otto Schmiedeknecht, Apidae europaeac, Tomus I. GumPerdae et Berolini 1882—1884, Dr. Ed. H offer Die Hummeln Steiermarks, Graz
1882 und 1883, Dr. Ed. Hoffer, Die SchmaroUcrhummeln Steirmarks, Graz 1889
Ut
>d zahlreiche kleinere Arbeiten dieses Autors, welcher audi bis zu seiner Zeit
die Literatur und Synonymik vollstiindig aufzahlt. Ein vollstiindiges Veizeichnis der
tosher beschriebenen Arten befindet sich in Dr. C. G. Dalla Torre's Catalogus Hymi
< nopterorum hucusque descriptorum systematicus et synonymkus. Vol. X. Apidae
(Anthophila). Leipzig 1896.
In der vorliegenden Arbeit habe ich mich bernuht, die Determination, ins
°weit es mdglich ist, zu vereinfachen, und darum habe ich die bisher ubliche Gewohn-
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heit, besonders auf die Farbe sich zu sttttzen, verlassen, da die Farbe im hochsten
Grade ver&nderlich ist, und wenn wir dieselbe als Kriterion in den analytischen
Tabellen benfltzen wollen, unvermeidlich dazu iiihrt, dafi die Tabellen viel zu ausfuhrlich werden, da wir jcde farbige Form besonders bestimmen miissen. Ich babe
dagegen, insoweit cs sich machen liefi, solche Charaktere gesucht und benutzt,
welche auf der Struktur selbst und auf der Form von verschiedenen Korperteilen
beruben. Da aber diese Merkmale dem Anfanger Schwierigkeiten bereiten kiinnten,
fiige ich, wo das notig erscheint, Abbildungen bei. Urn die grofite Sicherheit del*
Determination zu ermoglichen, gebe ich audi Zeichnungen der d" Genitalien, welclie
wir uns leicht verschaffen, wenn wir den Korper des Tieres in der Kalilauge
mazerieren lassen und dann das ganze Korperchen aus dem letzten Hinterleibsringe
herausziehen oder langsam herauspressen. Es ist am besten, aus einer ganzen Reihe
von Exemplaren, welche in den auBeren Merkmalen vollkommen iibereinstimmen,
ein Stiick dieser Operazion zu unterwerfen.
Die einzelnen, die geographischo Verbreitung unserer Hummelarten betreffenden
Data sind teils der Duda-ischen Sammlung, tbeils meiner eigenen Sammlung, teils des
H. Dir. Nap. M. Kheil entnommen; einige Angaben betreffen Exemplare, die H. Prof.
Zavadil gesainmelt hat und die ebenfalls im Museum sich befiuden. Einzelne Arten hat
auch Prof. Vrba (bei Gratzen), Biirgerschuldirektor F. Zornig (bei Leitomischel), Lehrer
Muzik (bei Hnidousy) und mein Bruder Leopold, Lehrer in Leznfk bei Policka gesammelt. Ein Verzeichnis von Lokalitaten hat mir JUDr. V. Handera gegeben und
wahrend des Abschlusses der Arbeit babe ich Gelogenheit gehabt die umfaugreichen
Samnilungen von seiner Hochwurden Quardian P, A. Kubes zu sehen. Bei denjenigeo
Angaben, wo ich selbst die gesammelten Stticke untersuchen konnte, fiige ich ein!
bei. Allen Herrn, welche mir bei meiner Arbeit irgendwie behilflich gewesen sind,
danke ich herzlich.
Nachdem ich meine Arbeit beendigt habe, erhielt ich die Abhandlung
J. Slavicek: Rozbor Cmeltiku a pacmelaku (Bombus a Psithyrus) ceskomoravskych
s pozndmkanii biologickymi. Prostejov 1902 (in VSstnlk Klubu jirfrodovedeckdho
v Prostejove). Der Verfasser l'iihrt dieselbon Arten an, welche bier beschrieben
sind und nebstdem noch den B. fragrans Pallas, welcher in Ungarn vorkoinint
Er gibt in analytischen Tabellen kurze Diagnosen von Arten und Formen an. Um
die Rechte der Prioritiit zu beiiicksichtigen, habe ich die biihmischen Artennanmn
denjenigen der Arbeit von Slavicek angepasst.
Karolinenthal, den 20. Miirz 1902.
Der Verfasser.
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Kurze Analyse der Artencharaktere.
Der ganze Korper von Hummeln ist mit dicliteren odor minder dichten Haaren
von verschiedener Farbe bedeckt. Fur die Unterscheidung der Art ist es wichtig
ihre Lange und Gleichheit Oder Ungleichheit in Betracht zu Ziehen; sie konnen
Q&mlich entweder durchwegs, besonders aber auf dem Rucken des Brustkastens,
gleichmaSig oder ungleich lang sein, so daG dio l&ngeren Haare die kurzeren
uberragen. Wenn die Haare gleichmiHSig und kurz sind, so dati die Korperhaut durchBcheint, wird die Bcliaarung sammtartig, wenn sie aber liinger sind, pliischartig
SBQannt. Abstehende, ungleich lange und grobe Haare nennen wir zottig. Die
Farbe der Haare bietet nur in einzelnen Fallen gute Merkmale; bei einigen Arten
a
W ist dieselbe sehr variabel, so dafi sie nur fur die Formen und Abiinderungen
Charaktere bildet.
Der Korper zerfallt in drei sehr deutliche Abschnitte: den Kopf, Brustkasten
,l
«d Ilinterleib. Der Kopf (Fig. 1) ist vcrhaltnismiifiig klein, hypognath (mit den
Mundteilen nach unten gerichtet). Wir unterscheiden auf demselben das Hinter"aupt (occiput) -den gegen den Thorax gerichteten und abfallendeu Teil — und
das Gesicht, welches gegen den Mund zu sich zieht. Der oberste Teil des Kopfes
beifit Solicit el (vertex) und triigt ,'5 Nebenaugen; vor ihm und zwischen den zusarninengoset/ten Augen ist die Stirn (irons) und ganz vorne der trapezoide Kopfs
chi 1 d (clypeus). Vor den zusammengesetz ten Augen, welche langlich sind
u
»d den oberen Teil der Seitenfliichen des Kopfes einnehinen, ziehen sich bis zu
de
"i Gelenke des Oberkiefers die Wan gen (genae); hinter den zusamniengesetzten
A-Ugeu bis zum Rande des Hinterhauptsloches erstrecken sich die S c h 1 Life n (tempora);
llj
e ventrale Fliiche des Kopfes vom Rande des Hinterhauptsloches bis zum Grunde
(
'°i' Unterlippc nimmt die Kehle (gula) ein.
Von diesen Teilen der Kopfoberflliche sind fur die Artunterscheidung am wichtigs
ten die Wangen, welche was ihre Lange anbelangt, bei einzelnen Arten sehr verschieden
Slr|
d. Das Verhiiltnis ihrer Liinge zur Breite (am Grunde der Oberkiefer gemessen)
lst
bedoutend verschieden; bei einigen Arten sind die Wangen deutlich breiter als
lan
g, bei anderen sind beide Ausmalie beinahe glcich und wieder bei anderen
tibertrifft die Lange ihre Breite bedeutend. Die ganze Gattung Psithyrus ist durch
au
ffallend kurze Wangen, welche ttberdiefi noch ttberall zicmlich dicht punktiert
siu
d, gekennzeichnet; in der Gattung Boinbus erkeunen wir den B. terrestiis und
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mastrucatus sclir leicht nach den auffallend kurzen, den B. hortorutn nach auffallend
langen^Wangen.
In gleichem Grade ist auch der Kopfschild wicbfig, welcher nicht nur in
seiner Form (hauptsachlich was das Verhiiltnis der Liinge und Breite anbelangt),
:
1
Fig, 1. liombus lapidarius a Der Kopf von der Seite, b dersellie von oben, o D. Hinterbew
von aulien, d von innen, e Die Hinterferse vom Hombus rajellus — L — die Wangen, >*? ^= dor
Kopfschild, 0 == die zusamnicngesetzten Augen, W = der Fublerschaft, F — d. Fersenhenk''''
P — die Hinterferse.
sondern auch in der Wolbung (B. arenicola ist nach dem auffallend flachen Kopi'
schilde leicht kenntlich), Punktierung und Bebaarung variirt. Bei Bomb us ist der
Kopfschild wenigstens vorne kahl, wogegen bei Psithyrus derselbe selir dicht behaai't
ist. Es ist selbstverstiindlich, dafi mit der Lange des Kopfschildes und dor Wangen
der ganze Umrii.5 des Kopfes sich iindert; wenn sich die genaunten Teile vei'l&ugem, wird auch der Kopf verbilltnismiiliig liinger.
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Die einfachen Augen oder Nebenaugen sind auf dern Scheitel fast in eine
Linie gestellt und bieten uns selten wichtigere Merkinale. Die zusammengesetzten
Augen bilden nur bei B. confusus ein sehr gutes Kennzeichen durch ihre auffallende Grol.Se.
Die gebrochenen Fiihler sind zwischen der vorderen Partie der zusammengesetzten Augen auf der Stirn eingelenkt und bestehen, wenn wir das winzige
Grundglied (radicula), welches in der Gelenkhohle versteckt ist, nicht mitziihlen,
beim Q und b. aus 12, beim <$ aus 13 Gliedern.
Der Sen aft (scapus) ist lang, wird gewohnlich
als erstes Fiihlerglied angesehen; die iibrigen Glieder bilden zusammen die Geiliel (flagellum); erstes
Geifielglied (pedicellus) ist immer kttrzer als die
folgeuden. Fur die Systematik ist das Langever"tiltnis der nachstfolgenden Glieder, besonders des
zweiten von besonderer Wichtigkeit. Die Geilielglieder konnen alle walzenformig oder unten starlc gebo8$n sein, in welchem Falle dann die Fiihler knotig
oder gesiigt erscheinen. DieLlinge der ganzen Fiihler
und demnach auch der einzelnen Glieder variirt
gewissermafien; besonders sind die Fiihler des tf
dinger als jene des Q.
An der Mundoffnung sind die Mundteile
eingelenkt. (Fig. 2.) Oben sind die iibrigen Teile
v,)
n der Oberlippe (labrum) bedeckt, welche
quer, vorne etwas ausgeschnitten und deren obere
Fl&che in der Mitte mehr oder weniger vertieft
'8t, wodurch an den Seiten zwei maliig gewiilbte
Hocker entstehen; ihr Vorderrand ist mit Bdrstc
lien besetzt. Auf jeder Seite setzen sich an den
Rand der Mundoffnung inittelst 2 Gelenke die
Oberkiefer (mandibulae) an; diese sind stark
Q
ornig iunen ausgehdhlt, aulien maliig gewolbt,
....
,'
..
, , , .
° ° ... ,' Fig. 2. Die Mundteile v. B. horto rum
ai
> der aSpitze abgerundet, beim cf deutlich c=Cardo,
ZWeizfthnig, beim Q und 8 Undeutlich und Ullgleicll maxillari?, Mx. — die Maxillenlade,
via., -i i
TAI a
-L
i. u • i
-MT u
8m. = Submental!], M = Mentum,
V1
eizahnig. Die Aulienseite zcigt bei der Mehr- Pg= paragloasae, K. = Palpi Iabiales,
zahi der Arten eine schiefe Furche; bei der
fly. = die Zunge.
Gattung Bombus triigt die Aulienseite am Grande ein Biischel von langen Haaren,
welches Bart genaiint wird. Dann folgen die Uiiterkiefer (maxillae), deren
ziemlich normal entwickelte basale Teile (C und St) eine einzige lange, schnabelartig endende Lade tragen; am Grande derselben sitzt auf der Aulienseite ein
Winziger, eingliedriger Kiefertaster (palpusmaxillaris, Pin). Mit den Uiiterkiefern
hangt am Grunde die Unterlippe (labium) zusammen, deren Kinn (Mentum, M)
stark entwickelt ist und jederseits einen langen L i p p en t a s t er (palpus labialis, PI)
tr
>, (lessen erstes Glied besonders stark verliingert ist. Zwischen den Tastern
•'agt die lange, geringelte, dicht bewimperte Zunge (lingua Ily) hervor; sie ist hohl,
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8
endet in ein kleines Loffelchen und dient zum Saugen des Bliitensaftes; am Grunde
ist sic von den Seiten scheidenactig mit dunnen schuppenformigen Nebenzungen
(paraglossae, Pg) bedeckt. In der Ruhe werden die Unterkiefcr und die Unterlippe
an der Kehle zusammengelegt.
Der kugelige Brustkasten setzt sich aus den iiblichen 8 Ringen zusammen,
welche fest verwachson sind. Mesonotum bildet eine dreieckige Erhohung zwischen
den voideren Fliigelwurzeln, die das Schildchen (scutellum) genaunt wird. Die
hintere Wand des Brustkastens, welche gegen den Hinterleib gekehrt ist, wird
(lurch das 1. Hinterleibssegment gebildet. Die Beine bcstehen (Fig. 1,
c, d und e) aus den normalen Gliedern; die FiiDc sind fiinfgliedrig, das
1. Glied heif.it Ferse (metatarsus^
T) und ist besonders auf den Hinterbeinen sehr vergriitiert. Beiin Q und
V der Gattung Bombus sind die
Ilinterschienen und die Eerse fftr
das Sammeln von Pollen eingerichtet.
Die Aulienniiche der Schiene ist vertieft und gliinzend glatt und der
Rand derselben mit steifen, nach
autfen gebogenen Borsten besetzt,
welche das Kdrbchen (cochlea)
Fig. .'t. Kli'igehiorratur von Bombus.
bilden und so zum Wegtragen von
Pollen dienen. Die Innenseite der
Ferse ist mit Reihen von kurzen
dichten Harchen, der Biirste (scopa, sarothrum), versehen. Die Schienen tragen
an der Spitze ihrer Innenseite 2 Dornen oder Sporen (calcaria). Die Ilinterferse ist
nur mit ihrer oberen Innenecke an die Schiene eingelenkt; ihre iiuilere Ecke ist
in oinen stumpfen Zahn verliingert, der Fersenhenkel genannt wild und mit
dem unteren Rande der Schiene die Zange (forceps) bildet, mittelst welclier nach
Schenk die Wachspliittchen vom Bauche abgenommen werden.
Die Flu gel (Fig. 3) haben eine sehr einfache Nervatur. In den Vorderfliigeln bildet den Rand eine starke Randader (costa, C), und ganz nahe mit ihr
parallel liiuft die Unterrandad or (subcosta, S); beide laufen in dem hornigen
Flii gel male oder Ran dm ale (pterostigma, P) zusammen. Die niichste Liiugsader
ist die Mittelader (mediana, M) und zuletzt parallel mit dem Hinterran.de des
Fliigels ist die Analader (analis, A). Dur.ch diese Liingsadern wird die Fliigelfiache in einige Felder geteilt. Zwischen der Randader und der Unterrandader ist
ein schmales, durch das Flugelmal abgeschlossenes Randfeld (Kr). Nach aulien von
dem Flugelmale, durch die bogenformige, nach der Fliigelspitze zu verlaufende
Radialader (R) begrenzt, liegt die etwas zugespitzte Radialzelle (v). Zwischen
der Unterrandader und der Mittelader zieht sich eine schiefe, etwas vor dem Flugelmale in die erstgenannte Langsader einmundonde Querrader, welclie die Media 1zelle (rs) nach auKen abschliel3t; unter der letzt genanuten Zelle zwischen der
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MitteladeV und der Analader liegt die Submedialzelle (rd). Von der zwisclien
der Subcosta und Mediaua sich erstreckenden Querader lauft gegen die Fliigelspitze
zu die Cub italader; zwisclien ihr und dor Radialader liegen 3 Cubitalzellen
Oi, ls, 1.,) und zwisclien ihr und der Analader 3 D iscoidalzellen (t,, t,, t3).
Die Analader und der hintere Fliigelrand uinschreiben das schmale Analfeld (k).
Die Nervatur der Hinterflligel ist viel einfacher. Die drei Liingsadern sind:
die Unterrandader, Mittelader und Analader; zwisclien je 2 Liingsadern
ist eine Querader.*)
Auf dem Hinterleibe beraerkcn wir beim tf 7, bei 9 und V 6 deutliche
Segmente, aber, wie ich schon oben angedeutet babe, trat der erste Hinterleibsring
in eine engere Verbindung mlt dem Brustkasten und die letzten Segmente sind ins
8- respektive 7. Segment eingesclioben, so daO sie autien nicht sichtbar sind. Die
Form des Hiuterleibes iindert sich gewissermaUen nach der Art ab; sie ist entweder
langlich, nach hinten allmiihlich schmaler, oder kurz und schnell gegen die Spitze
verengt. Fiir die Determination der d" und 9 ist es wichtig, den letzten (deutlichen)
Bauchring zu beacliten, welcher oft einen mehr oder minder deutlichen Kiel (bei
Botnbus), oder nicht selten ziemlich starke Verdickungen (l'sithyrus) zeigt. Fiir
die Bestimraung der (j1 am wichtigsten sind die Genitalanhiinge, welclie gewohnlich
in dem 7. Hiiiterleibsringe ganz versteckt sind und den subovalen Genitalkorper
bilden. Ihren Grund umfalSt als ein schmaler Ring das neunte Hinterleibsegment
und sie bestehen aus zwei seitlich gestellten Zangen (forceps exterior), welche
ein langes Grundglied oder Stiel (stipes) und ein oberes (squama) und unteres
E n d g 1 i o d (lacinia) zeigen. Zwisclien den Zangen liegt die eiformige oder laiizettliche
Ruthenkapsel oder Blattchen (squama), welche jederseits einen hornigen,
gewohnlich hakenfiirmig endenden Anhang oder Klappen (sagitta, forceps interior) triigt.
Uebersicht der Gattungen.
A. Die Mannchen.
1. Die Wangen entweder kiirzer bis bedeutend liinger als breit, grofltenteils
glatt und glanzend. DieOberkiefer mit deutlichein Barte. Die Fuhlergeiliel
nicht verdickt. Die Hinterpchienen aulien miiliig gewiilbt und hochstens
nur spiirlich beborstet. Die Englieder der Genitalzangen, hart, hornig Bombus
— Die Wangen kiirzer als breit, ziemlich dicht punktiert. Die Oberkiefer
aui3en :im Grunde hochstens nur mit einigen Bfirstchen. Die Fiihlergeitiel deutlich verdickt. Die Hinterschienen autlen gewiilbt, dicht
behaart und gekornelt. Die Endglieder der Genitalzangen weich,
hautig
Psitkyrm
1.
B. Die Weibchen und Arbeiter.
Die Ilinterleibsspitze nur sanft gebogen. Das letzte Bauchseginent
glait oder mit einem Langskiele. Die Wangen meistens so lang oder
*) Um den Vergleich mlt anderen, die Ilymenopteren behandelndea Schriften zu ermoglichcn, beniitze ich hier die bisher geliiiifige Terniinologie. Doch diese eiitspricht keineswegs den
Uoniologien mit anderen Insektonordnungen.
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liingcr wie bveit, grofitenteils glatt. Die Hinterbeiue mit Korbchen und
Bttrstchen
Bombus
Die Hinterleibsspitze bakenformig gekrttmmt. Der letzte Hinterleibsring
mit einer Querleiste, welchc manclunal flllgelartig erweitert ist. Die
Wa&gen kurz, punktiert. Die Hinterschienen ohne Korbchen und
Psithyrus
Bttrstchen, aufien gewolbt, beborstet und gekornt .
Bombus Latr. — Die Hummel.
Synon. •: Bremus J urine part., Apis L. partDie Hummel lebt in Gesellschaften, welclie aus dreierlei Individuen bestehen,
den Weibclien, Arbeiterinnen und Mannchen. Die Weibchen sind schon nacli ihrer
Grofie leiclit kenntlicli; sie haben Korbchen, Biirstchen und Zaagen. Auf clem
Hinterleibe sehen wir nur 6 deutliclie Itinge und ilire Fiililer sind 12gliedrig. Sie
sind mit cinem nacli oben gekriiminten Stachel bewehrt. Die Klauen sind in zwei
ungleiclie Zahne gespalten, von welchen der innere viel kiirzer ist. Die Arbeiterinnen
haben dieselben Merkinale wie die Q, sind aber kleiner, doch ihre GroOe ist sehr
variabel; bei einigen Arten sind sie kaum grofier wie cine Fliege und andere Individuen wieder wenig kleiner als die Weibchen, und diese werden dann kleine Weibchen
genannt. Die Mannchen sind kleiner als die Weibchen, von schlankerer Gestalt und
meistenteils mehr bunter Farbung. Sie haben liingere, 13gliedrige Fiililer, deren
Schaft aber kiirzer ist. Ihre Oberkiefer sind schmaler, am Grunde der AuBenseite
mit langen, bngenfonnig abstehenden Borsteu oder Barte versehcn. Sie besitzen
keinc Werkzeuge fur das Sammeln und Wegtragen des Pollens und ihre Hinterschienen sind aufien mehr oder weniger behaart. Die Klauen sind in zwei fast
gleiche Ziihnc gespalten. Der Hinterleib ist schlanker, an der Spitze stuinpf, zeigt
7 Ringe und tragt keinen Stachel.
Mit Ausnahme von Australien sind die Ilummeln iiber die ganze Welt verbreitet. Was ihre Lebcnsweisc anbelangt, liegen uns jetzt besonders die ausluhrlichen Beobachtungen von Prof. Dr. E. Hoffer vor, denen ich folgende kurze Schildcrung entuehme und verweise iibrigens auf seine vorziiglichen Schriften.
Im Frflbjahre konnen wir nur die grofien Weibchen linden, welchc im Herbste
befruchtet worden sind und irgendwo im sicheren Schupfwinkel den Winter iiberstanden
haben. Sobald das Weibchen aus seiner Starrheit des Winterschlafcs erwacht,
reinigtsich dasselbe und sogleich fliegtes auf der Weide von einer Bliite zur anderen
und sucht dabci einc passende Stelle fiir das Nest. Dieses wird an verschiedenen
Often gebaut - doch jede einzclne Art hat ihre separate Vorliebe — entweder
unter der Erde, oder in Steinhaufen, in verlassenen Lochern von Miiuscn und Maulwiii fen, im Gestruppe, Moose, unter abgefallenem Laube usw. gebaut. Das Weibchen
sucht in der Regel solche Stelle aus, auf welcher es genugendes Material fur die
Unterlage findet, z. B.: Laub, Fichtennadeln, Gras, Stroh, Haare, Fcdern u. ahnliches.
Auf soldier weicher Unterlage verfcrtigt das Weibchen die erste tonnenaitige
Zelle aus Wachs, fiillt sie mit Pollen gemischt mit llonig an und legt cinige (8—8)
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Eier hiuein und versobliefit sie wieder mit Wachs. Die niadenartigen Larven entwickeln sich schnell (in 3—5 Tagen), wachsen stark und brauchen viel Nahruug,
so dafl ihre Mutter kaum geuiigende Zeit findet, una beim Tage die Nalirung zu
verschaffen, in der Macbt wieder das Nest weiter zu bauen uud die Jungen mit
eigenein Korper zu erwiirraen. Urn vollkommen zu erwaehsen brauclit die Larve
6—12 Tage, und sobald sie diefi erreicht bat, spinut sie sicb in ein festes Cocon
ein, in welcliem sie sicb in die Puppe verwandelt, um 12—14 Tage zu ruhen, ehe die
vollkotnmene Hummel ausschlupft. Wenn sich die junge Hummel das Cocon zu verlassen schickt, beifcit das Weibchen oder die Arbeiterin die obere Decke des Cocons
durch und nun zwiingt sie sich durch das Loch ins Ereie. Anfangs ist das junge
Tier niit einem uuscbeinbaren grauen Pelze bedeckt und es dauert einige Tage,
bis es sich ausfarbt. Die Humineln, welcbe sich aus den zuerst gelegten Eiern entwickeln, werden zu Arbeiterinnen, well ihre Einahrung im Laufe der Metamorphose
wegen der zu starken Beschaftigung der Konigin eine ungenugende gewesen. Sie
legen selbst keine Eier und doch besitzen sie das miltterliche Gefiihl und helfen
daher bei weiterem Baue des Nestes, der Erniihrung und Pflege der Jungen aus.
Neben der ersten Zelle werden unermudlich immer weitere gebaut und zwar ganz
uiiregebnatSig, und auf die erste Wabe kommt die andere. Die unterirdischen Nester
besitzen anfangs keine Decke, erst spiiter, besonders wenn die Witterung anhaltend
feuchtund kiihl ist, bekommen sie, so wie die oberirdiscben Nester, eine aus Stroh,
Wachs und einem harzigen Stoffe verfertigte und mit Luftlochern verseheue Decke.
Das einzige Fluglocb ist gegen. Osten gekehrt. In einem vollkommenen Neste finden
wir 1. die Puppentonnchen, welche innerlialb einer ursprttnglich napfformigen Zelle
durch die spinnende Thiitigkeit der reifen Larven entstanden sind, 2. aus Wachs verfertigte Honigzellen und 3. Pollencylinder, ebenfalls aus Wachs. So lange noch die Zahl
der Arbeiterinnen eine geringe ist, bringt das Weibchen immer noch die Nahrung, spiiter
bleibt sie aber zn Hause und legt nur die Eier. Ende Juli fangen die kleinen Weibchen an
sich zu entwickeln, welche audi Eier (aber in der Regel nur fiir die Drohnen) legen
kotinen. Inzwischen kriechen .die Miinnchen und Weibchen (bei einigen Arten sogar
schon anfangs Juli) aus, welche sich begatten. Wenn schon reife Individuen beider Geschlecbter vorbauden sind, stirbt die Konigin und die gauze Gesellscbaft begint sich
aufzuliisen. Die Miinnchen sterben bald nach der Begattung ab, die anderen
fliegen herum und kehren sogar auf die Nacht nicht nach Hause zuriick. In dem
Neste nehmen die verschiedenen Parasiten: Mutillen, Vollucella, Authomyien, Conopiden u. a. iiberhand. Der grotite Eeind der Hummelnester ist Aphonia colonella L.,
deren Ilaupe das ganze Nest durchi'risst. Audi die Miiuse, der Igel, Marder, Eucbs
und verschiedene Viigel vernichten die Hummelnester. Ehe der Winter kommt,
graben sich die befrucbteten Weibchen iu die Erde ein, immer aulierhalb des alteu
Nestes; sie uberleben allein die ganze Gesellscbaft.
Eine merkwiirdige Erscheinung in den gnHSeren Humrnelstaaten ist der Trompeter, welcber von Godart zuerst beobacbtet und im Jahre 1685 beschrieben worden
und seitdem erst von Prof. Dr. Hoffer gefunden worden ist. Es ist ein kleiues Weibchen,
welches zeitlich in der Frflh (nach der 3. Stunde) das Nest verlalit, kriecht nach
oben hinauf und gegen das Nest gekehrt einen durchdringenden Schall horen IftBt,
womitesdie Bewohner zur Arbeit weckt; das Rufen dauert fast eine Stunde lang.
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12
Analytische Bestimmungs-Tabelle der Arten.
A. Die Weibchen und Arbeiterinnen.
1.
—
2.
3.
Wangen sehr kurz, deiitlich breiter als lang (Fig. 4 C.) Der Kopfschikl
viel breiter als lang. Korper grofi, stark. Die Hinterferse kurz, breit, hinten
vor dem Ende nicht ausgeschnitten, sondern bogenformig abgerundet
2
Wangen wenigstens so lang wie breit (Fig. 4. A. u. B.)
3
Die Behaarung kurz, gleich, pliischartig, schwarz mit gelben Binden,
an der Korperspitze weifi, sehr selten gelblich
tcrrestris
Die Behaarung lang, ungleich, zottig, schwarz, der 3. (>. Hinterlcibsring rotgelb
madrueatus
Die Behaarung dicbt, sehr kurz, gleichmafiig, saramtartig, schwarz,
auf dcin Rticken ist der 4.-6. Ring rot, auf dem Bauche sind die let/.ten
vier Ringe rotgefranst. Der Kopfschild ist matt, dicht puuktiert.
k
V<
A
B
Fig. 4. Die Wangen der § A Bombus hortornm, B II. rajellus, C /; teirestris.
Wangen etwa so lang wie breit, an den Seiton ziemlich weit auf der
Flache dicht puuktiert. Die Binterferse kurz, fast in zwei ersten
Dritteln gleich bieit, nur in dem Endteile geradlinig, schief schwacli
zugeschnitten, auf der hinteren Kante mit sparlichen Borstenliaarcn,
welche mafiig lang sind, doch audi an der Wurzel, wo sie am liingsten
Bind, die Breite der Hinterferse nicht erreichen
confusus
— Die Behaarung langer, ungleich oder gleich, pliischartig. Kopfschild
wenigstens vorue auf seiner Flache nur spiiilicli puuktiert
4
4. Kopf bedeutend verliingert. Wangen wenigstens lVj so lang wie am
Ende breit (Fig. 4 A.)
5
— Kopf mafiig lang. Wangen liochstens nur wenig langer als breit (Fig.
4 B.)
8
5. Der letzte Hinterleibsring deutlich wenigstens auf der ganzen hinteren
Halfte gekielt. Wangen V/2 so lang wie breit. Behaarung kurz pliischartig
•
.
6
— Der letzte Hinterleibsring liochstens nur in dem letzten Drittel undeutlich gekielt
7
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6.
—
7.
—
8.
—
9.
—
11.
—
11.
—
12.
—
13.
—
14.
Die Behaarung des Hiuterloibes durchaus einfiirbig, heller oder dunkler
golblich oliv mit undeutlichen schwarzen Querstreifen . . . distingttendm
Die Behaarung der Hinterleibspitze schmutzig weili, vorne schwarz,
auf dem Hinterrande des 1. und 2. Binges gelblich, so dftfi mehr
oder minder deutliche Querstreifen entstehen
latreilldus
Wangen sicher zweimal liinger als am Ende breit. Behaarung ungleich
lang, schwarz, auf dem Pronotum, Scutellum und dem 1. Hinterleibsringe gelb, an der Hinterleibsspitze weifl
hortorum
Wangen etwas mehr als ll/2mul liinger als am Ende breit. Die Behaarung mehr gleichmaOig, entweder schwarz und an der Spitze rot
oder olivengrau mit einer schwarzen Binde zwischen den Flugelwurzeln
pomorum
Die Hinterferse vor dem Spitzenwinkel auf der hintoren Kante etwas
ausgeschnitten, so dal.5 der Spitzenwinkel dornartig hervorragt (Fig.
1. e.)
13
Die hintere Kante der Ferse ist bogenformig, nicht ausgeschnitten
und der Spitzenwinkel nicht dornartig vorragend (Fig. 1. d.) ....
9
Thorax oben dunkel pomeranzenfarbig und der schwarze Hinterleib
an der Spitze weifi
hypnorum
Thorax oben ganz schwarz oder mit mehr oder minder deutlichen
gelben Binden
10
Der letze Hinterleibsring deutlich gekielt. Die Hinterleibsspitze rot,
iiber das Pronotum und den 2. Hinterleibsring zieht sich gewohnlich eine mehr oder minder deutliche gelbe Binde, Behaarung ungleich, zottig
pratorum
Der letzte Hinterleibsring kaum gekielt
11
Korper grol.5. Viertes GeiUelglied gleich lang wie das 3., zweites
fast so lang wie das 3. und 4. zusammen. Die Behaarung pliischartig
schwarz, die letzten 3. Hinterleib^ringe scharlachrot
lapidarius
Korper kleiner. Viertes GeilJelglied nierklich liinger als das 3., zweites deutlich kiirzer als das 3 und 4. zusammen. Die Hinterleibsspitze
weifi oder rotgelb
12
Pronotum, das Schildchen und mauchmal audi der erste Hinterleibsring hell gelb, die letzten drei Riuge immer weitJ
iondlus
Korper gewohnlich schwarz, die hintere Hiilfte des 4. Ringes so wie
der 5. und 6. Ring sind entweder weiB oder rotgelb; softener auf
dem Pronotum und dem 2. Iliuterleibsringo eine mehr oder minder
deutliche gelbe Binde
soroensis
Der letzte Hinterleibsring stark gekielt. Thorax oben gelbrot oder
mit einer mehr oder minder deutlichen dreieckigen schwarzen Makel.
Die Wimperhaare des KOrbchens schwarz. Wangen etwas liinger als
breit
agrorum
Der letzte Hinterleibsring hochstens nur schwach gekielt
14
Thorax hell, zwischen den Flugelwurzeln mit einer deutlichen schwarzen Binde
15
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14
15.
—
16.
—
17.
—
Thorax einfiirbig odor oben auf einer rundlichen Stelle schwarz oder
schwarz oliv
16
Der Hinterleib vorne iminer grau gelbgriin wie der Thorax, auf dem
3. liinge mit einer auffallenden schwarzen Binde und hinter ihr iinnier
mehr oder minder rotlich. Der Kopfschild gewolbt, nach vorne abfallend, mit einer sehr dentlichen bogenformigen Furche
silvarum
Der Hinterleib einfiirbig grau oder grauoliv, auf dem 3. Rings mit einer
undeutlichen dunkleren Querbinde. Der Kopfschild vorne sehr flacli,
mit in der Mitte undeutlicher bogenformiger Furche
arenicola
Die Spitze des grotitenteils schwarzen Hinterleibes gelbrot. Die Borstenhaare des Korbchens gelbrot, selten ins schwarze iibergehend rajellus
Die Hinterleibsspitze gelblich oder gelbgrau, manchmal schwach ins
Oliv iibergehend, aber nicht scbarf von der Farbe des iibrigen Ilinterleibe abstechend, sondern allmiihlich in dieselbe iibergehend ....
17
Die Behaarung besonders oben auf dem Thorax dicht, pliischartig, tief
gelbrot, an den Thoraxseiten und unten, so wie die Haare auf den
Beinen citrongelb, oben auf dem Hinterleibe rotgelb. Korper gro'Ber cognatus
Die Bebaarung ziemlich ungleich und diinn, von verschiedener Farbe,
von rotgelber bis ins Schwarzoliv, aber nie hell gelbrot, die gelben
Haare spielen iminer ins Grunliche. Korper kleiner
variabilis
B. Die Miiniiclicii.
1.
Das 2. Geiflelglied merklich kiirzer als das dritte, so dafi das 4.
etwa so lang ist wie das 3. u. 4. zusammen. Wangen etwas liinger
als breit. Der Kopfschild in der Mitte mit einer glanzend glatten
Stelle. Der Kieferbart gelbrot Die auflere Fliicho der Hinterschiene
in der Endhiilfte leicht der Liinge nach eingedruckt. Die Hinterferse
kurz behaart
soroensis
— Das 2. GeHSelglied merklich langer als das 3
2
2. Augen sehr groB, jedes fast so breit wie der ganze Raum zwischen
denselben. Fuhler kurz. Behaarung sehr kurz, gleieh, sammtartig.
Wangen auffallend kurz, viel breiter als lang. Die Hinterschienen liach,
der Liinge nach vertieft. Die Hinterferse sehr lang, rot behaart . confusus
— Augen viel schmiiler als der Raum zwischen denselben
3
3. Die Hinterschiene auf ihrer autieren Flache an der Mittellinie und
entlang derselben ganz glatt, auffallend glanzend, nur seitlich behaart,
und vor der Spitze deutlich vertieft. Die Hinterferse auf der AiHSenseite an der Wurzel sparlich behaart, zwischen den feinen Hiirchen
mit spiirlichen steifen Borstchen, auf der hinteren Kante mit Borstenhaaren, die zwar an der Wurzel derselben liinger sind, aber doch die
Halfte der Fersenbreite nicht iibertreffen. Wangen bedeutend breiter
als lang. Behaarung schwarz, auf dem Thorax und Hinterleibe mit
gelben Binden, die Korperspitze weifl
terrestris
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15
11.
Die Hinterscbiene hochstens nur auf dem hinteren Abhange der gewolbten iiutleren Fliiche glanzend und glatt
. .
4
Die Borstenhaare auf der hinteren Kante der Hinterferse absfcehend,
an der Wurzel derselben am langsten, so lang wie die Breite der
Ferse (nur bei hortorum etwas kiirzer), gegen die Spitze zu allmahlich
kiirzer
5
Die hintere Kante der Hinterferse ist mit fast gleich langen, mebr
oder minder angedriickten, an der Wurzel hochstens nur schwach
liingeren Hiirchen besetzt, welehe nie so lang sind wie die Breite
der Ferse .
10
Wangen fast zweimal liinger als am Ende breit. Die Hinterscbiene auf dem hinteren Abhange der Autienniicbe ziemlich glatt,
auf beiden Kanten mit langen schwarzen Borsten. Die Hinterferse
auffallend lang (etwa ' ',,, der Schiene) mit schwarzen Borstenhaaren,
die etwas kiirzer sind als die Breite der Ferse. Die Behaarung schwarz,
auf dem Pronotum, dem Schildchen und dem 1. Hiuterleibsringe gelb,
an der Kihpeispitze weifi
hortorum
Wangen hochstens nur so lang wie an dem Ende breit. Die Borstenliaare der Ferse immer wenigstens so lang wie die Breite derselben
6
Wangen auffallend kiirzer als am Ende breit. Die Hinterscbiene aulJea
ziemlich glanzend und vor der Spitze eiugedriickt, mit stark korbartig vertieften und gebogenen Borsten. Das 2. Geiflelglied fast L1/2mai
liinger als das 3. Die Behaarung sehr ungleicli. Korper grofi,
plump
mastrucatm
Wangen etwa so lang wie am Ende breit
7
Thorax oben rotgelb. Kiefernbart schwarz, die Hiuterloibspitze weiD hypnoruni,
Thorax schwarz und gelb. Kiefernbart gewdhnlich licht
8
Zweites Geiflelglied ist reichlich 1 '/.2mal liinger als das 3. Hinterferse
fast gletchmafiig breit. Behaarung schwarz, an dem Kopfschilde und
Pronotum mehr oder minder gelb, an der Korperspitze rot. Korper
griilier, ziemlich schlank
lapidarius
Zweites Geifielglied wenig langer als das 3. Korper kleiner, dick .
9
Die letzten Hiuterleibsringe rot. Behaarung auffallend zottig . . pratorum
Die letzten Hiuterleibsringe weill, sehr selten schwarz mit beigemengten lichten Hiirchen (Habitus wie bei hortorum) ...... iomllus
Die Fiihlerglieder schwach zusanimengedriickt, unten knotig verdickt,
so dall die Fiihler ein knotiges Aussehen habeu. Letzter Hinterleibsring
ist auf dem Riicken mit bellen Hiirchen besetzt
agrorum
Die Fiihlerglieder vollkommen walzenformig oder schwach gebogeu .
11
Die Hiuterschienen auf der Autieutiiiche sehr flach, der ganzen Liinge
nach vertieft und mit feinen schwarzen Biirstchen besetzt. Fiihler lang,
schmal, mit walzenformigen, schwach gebogenen Gliedern. Wangen
reichlich ll/2mal liinger als an dem Ende breit. Korper ziemlich grol!
\2
Die Hiuterschienen autfen deutlich gewolbt und auf der hinteren
ISiischung hochstens nur in der Endhiilfte vertieft
13
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12.
—
13.
—
14.
—
15.
—
16.
—
17.
—
Die Farbe gesfittigter, grtlnlich gelb, auf dem Hinterleibe nur mit undeutliclien Binden, welclie dadurch entstehen, dali die Haut durch
die Haare durchscheint. Auch der Kopfschild gelb behaart. . distinguendus
Die Farbe lichter gelbgriin oder grtlnlich grau mit deutlichen schwarzen Binden auf dem Hinterleibe, welche durch schwarze Haare gebildet warden. Kopfschild nur mit beigeuiengten lichlen Haaren latreillelus
Wangen reichlich Vernal liinger als am Ende breit. Hinterschienen
schmal, auf der iiufieren Flache durchaus rundlich gewdlbt und nur
vor der Spitze griibchenartig vertieft und auf der ganzen Flache gleichmiifiig behaart. Korper grSfler, ziemlich schlank
pomorum
Wangen hochstens nur etwas liinger als am Ende breit. Die Hinterschienen sind nicht gleichmafiig rundlich gewolbt und behaart ...
14
Die dichte, pluschartige Behaarung ist auf dem Thorax oben zwischen
den Fliigeln hell rotgelb, sonst aber hellgelb, auf dem Hinterleibe
gleichmftfiig, ohne quere Binden. Der letzte Hinterleibsring oben mit
mehr oder minder zalilreichen schwarzen Borstchen
eognatus
Thorax oben schwarz oder olivengriin, rostbraun oder rostgelb, aber
im letzteren Falle nie so hell und dicht und der Hinterleib ist nicht
gleichmftfiig geflirbt
15
Die Borsten des letzten Hinterleibsringes rot
16
Dieselben schwarz
17
Der 3. Hinterleibsring vorne schwarz, auf der hinteren Hiilfte graugelb behaart, die KiJrperspitze blass rotgelb oder nur rotlich. Thorax
grau gelblich oder sehr blai.5 olivengrun mit oiner schwarzen Binde
zwischen den Fliigeln
silvarum
Wenigstens der dritte, wenn nicht auch der zweite Hinterleibsring
schwarz. Die Korperspitze rotgelb. Thorax schwarz, auf dem Pronotum und dem Schildchen mit beigeuiengten hellen Haaren bis rotgelb mit einer schwarzen Binde zwischen den Fliigeln
rajellus
Clypeus auffallend flach. Behaarung grau oder schwach gelblich grau,
zwischen den Fliigeln eine scliwarze Binde
arenicola
Kopfschild gewolbt. Thorax oben auf einer rundlichen Stelle rotgelb
bis olivenschwarz oder ganz schwarz aber nie mit einer schwarzen
liinde zwischen den Fuhlern
variabilis
1. Bombus terrestris L.
9 und 5- Korper grofi und plump, Hinterleib allmahlieh stumpf zugespitzt.
Kopf fast so lang wie breit, Augen bedeutend schmaler als die Halfte der Stirn.
Zweites Geifielglied Vj^vnal liinger als das 3. und etwas liinger als das 4., welches
nur wenig grolier ist als das 3. Der Kopfschild ein klein wenig breiter als lang,
sehr dicht und grob, besoiiders in den Vorderecken punktiert, mit einem stark
leistenartig erhobenen Vorderrande. Wangen deutlich breiter als lang, glatt. Scheitel
um die einfaclien Augen herum stark vertieft und dicht, uiigleich punktiert. Die
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Oberlippe mit 3 tiefen Griibchen. Beide Kiele der Oberkiefer deutlich. Der letzte
Bauchring dicht und grob punktiert, niclit gekielt.
Die Behaarung der typischen Form lang, dicht und besonders auf dem
Thorax gleich lang, wie gleichgeschoren, pliischartig; auf dem Kopfe und der Hinterleibsspitze sind liingere Haare beigemischt. Die Farbe schwarz, auf dem Pronotum und dem 2. Hiuteiieibsriuge mit einer dunkelgelben Querbinde, der 4.—6.
Ring ist weiti. Bei der Form lucorum L. sind die Querbinden hellgelb, citronengelb.
Da aber bei beiden Formen die gelben Querbinden in verschiedenem Grade eutwickelt sind, entsteht eine Reihe von Farbenvarietiiten, von welchen am auffallensten sind die folgenden: 1. var. cryptarum Fab. Thorax und oft audi der 2. Ring
ganz schwarz. 2. var. dissecius Gyl. Die gelbe Binde auf dem 2. Hinterleibsringe
ist in der Mitte unterbrochen. 3. var. virginaUs Smith. Pronotum, die Binde auf
dem 2. Hinterleibsringe dunkelgelb. 4. var. autumnalis F. Die Querbinden auf dem
Thorax und Abdomen weilHich. 5. var. ferrugineus Schmdlc. Die Haare auf dem
Bauche, don Beinen, besonders die Korbchenhaare rotbraun.
Liinge des 9 24—28 mm, $ 12 — 18 mm.
Das (5* fast so plump wie das 9- Kopfkurz, breit; Fiililer verhiiltnismiUSig
kurz, zweites GeiDelglied voll V^vasA langer als das dritte, wenig langer als
ilas 4., welches merklich liinger ist als das dritte. Kopfschild, Wangen uud Scheitel
wie beim Q. Kiefernbart schwarzbraun, bei der Form lucorum mehr oder minder
rotbraun. Hinterschienen ziemlich brcit, autien glanzend glatt und zwar an beiden
Sciten der Kammlinie der gewolbten iiufieren Fliiche, welche der Ilinterkante entlang etwa bis zur Mitte ihrer Liinge deutlich eingedriickt ist; die Haare sind
lang, lichter oder dunkler rotlich braun und korbchenartig gebogen. Die Ferse
ebenfalls ziemlich broit, ausgehohlt, mit bogenformiger hinterer Kante, aber gegen
•lit; Wurzel zu viel starker verschuuilert als gegen die Spitze, hinter der Mitte am
breitesten; die Borstchen an der Wurzel zwar etwas langer als an dem Ende, aber
im ganzeu kurz, so daB ihre Liinge an der Wurzel der Ferse kleiner ist als die
halbe Breite der Ferse. Die Behaarung und Farbe wie beim 91 aber bei der Form
lucorum ist sie weniger dicht und etwas ungleich, nianchmal fast am gauzen Korper
Hcht, weilSlich gelb mit einer undeutlichen Querbinde zwischen den Fliigeln und
auf dem Hinterleibe.
Genitalien (Fig. 5. a). Der gauze Genitaikorper broit und starlc chitinisiert.
Stipes stark; der rundliche Eindi'uck der Innenseite reicht weit nacli autSen.
Squama stark quer, etwa zweimal breiter als lang, ihr unterer Rand iibergeht
bogonftirmig in den Innenrand, der obere ist nach unten herabgebogen und dadurcli
wimmt das Ende die Form eines Schnabels an. Lacinia iiberragt nicht die Squama,
>st obcnfalls quer, nach innen schnabelartig vorgezogen und an der Spitze nach
oben gebogen, ihr Endrand ist ziemlich dicht mit steifen einfachen Biirstchen
besetzt, welche auch einen Saum auf der Innenkante bilden. Spatha sehr breit,
lanzettlich verschmiilert. Sagittae flach, breit, an der Spitze nach autien gebogen,
i>m Endrande ausgeschnitten und geziihnt; die AuCenflache der Lacinien ist mit
leinen Biirstchen besetzt.
Liinge der (j1 16—20 mm.
Prof. F. Klapdlek: Dio Ilummeln Bohmens.
<•>
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Diese Art ist leicht kenntlich und es ist schwer dieselbe mit anderen
Arteu zu verwechseln; ihre dicbte, zieinlich hinge, pliischartige, in der Farbung
wenig veriinderliche Behaarung, der ungewohnlich kurze Kopf und bei dera tf die
breite, vertiefte, gliinzende Hinterschiene sind sehr bezeichnend.
Nistet unter der Erde.
Es ist eine der gewohnlichsten Arten; lebt in den Ebenen wie iin Gebirge
und erscheint zeitlich irn Friilijahr, schon Mitte Marz.
Var. dissectus Q Neuhaus (4./5. Duda!)
Var. ferrugineus 9 Podebrady (7./5. Duda!), Vysocany (16./5. Duda!),
$ VysoCany (16./9. Duda!), (j1 Sme6no (21./9. Duda!)
Var. cryptarum 9 Frag, Bauragarten (21./4. Duda!), tf Vysocany sehr
hiiufig im September (Duda!), Smichov (Duda!)
Var. virginalis 9 Frag (Duda!)
2, Bombus latreillelus Kirby.
{li. Timstallanus Kirby, B. subterraneus Dahlb. partim, B. ionellus Schnk.)
9 und $. Korper groB, stark, der Hinterleib stumpf zugespitzt- Kopf deutlioh
langer als breit (48 : 62); Augen schmiiler als die Hiilfte der Stirn. Zweites GeiBelglied fast zweimal langer als das 3., fast so lang wie das 3. und 4. zusammen ;
viertes wenig langer als das 3. und deutlich kiirzer als das 2. Kopfschild etwa so
lang wie breit, hinten und an den Seiten ungleich grob und dicht punktiert, am
Vorderrande nur mit zerstreuten sparlichen groben Punkteu, auf der Fliiche
glanzend, fast glatt oder nur mit sehr sparlichen groben Punkten; der Vorderrand in der
ganzen Liinge leistenartig erhoben. Wangen etwas langer als breit, glanzend, jederseits in eine sehr ungleich dicht und grob punktierte Fliiche ubergehcnd. Scheitel
um die Punktaugen flach, sehr wenig vertieft, dicht, ungleich, aber im Ganzen nicht
zu grob punktiert. Die Oberlippe in der Mitte tief eingedriickt, an den Seiten fast
flach oder nur miiOig vertieft. Beide Kiele der Oberkiefer deutlich. Letzter Hinterleibsring dicht und ziemlich grob punktiert mit einem scharfen bis in die Mitte
des Binges reichenden und daselbst noch starker vortretenden Kiele.
Die Behaarung kurz, diinn, besonders in der Mitte des Thorax und auf den
vorderen Hinterleibssegmcnten, wo die Chitinhaut deutlich durchscheint; sie ist
gleichmatiig lang und reibt sich leicht ab. Die Farbe ist schwarz, Pronotum und
Schildchen spielen in dunkles Orangegelb; auf dem Hinterleibe ist der 1.—3. Kiug
schwarz, der 1. an den Seiten mit dunkelgelblichen Flecken, der 2. und 3. an seiiiem
Hiuterrando mit einer ahnlichen fur diese Art sehr charakteristischen Binde; der
4. und 5. Ring sind sclimutzig weiti, der 6. mit kurzen schwarzen, am Hinterrande mit rostbraunen Harchen. Die Haare auf den Beinen und der unteren Seite
der Korpers schwarz, an den Hinterrandern der Baucbringe langer und sclimutzig
weifi. Die gelben Flecke und Binden sind in ihrer Ausdehnung veranderlich und
konnen schlieBlich auch ganz verschwinden. Bei var. borealis Sehmiedh. ist der
Korper schwarz, an der Spitze braun oder ganz rotlicholiv.
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Lange des 9 25—30 mm, des £ 15—18 mm.
Das cf ist zwar grofi, aber verhaltnismaBig schlank. Die Form des Kopfes,
des Kopfschildes und der Wangen wie bei dem 9 > aDer die glatte Partie des Kopfschildes viel kleiner, und ist nur ganz vorne an dem bogenformigen Eindrucke sichtbar.
Ftihler lang, schlank, zweites Geifielglied nicht viel langer als das 8. und eher etwas
M
F / i
Fig. 6. Man n li eh o Genitalien a Bombus terrestris (f. lucorum), b/>'. Latreillelus,
c />'. distinguendus, d IS. hortorum, c B. pomorum, f IS. soroensis.
kflrzer als das 4., die iibrigen deutlich viel langer als breit. Kiefernbart schwarzbi'aun. Ilintersehienen miiBig breit, der ganzen Lange nach der hinteren Kante
Gntlang eingedrflckt und auf der ganzen Fliiche mit kurzen, an den Kanten mit langeren Borstchen. Die Hinterferse mafiig breit, gegen die Wurzel zu kaum verSchmalert, so dafi die vordore und hintere Kante parallel sind; die Borstchen an
(
Jer hinteren Kante sehr kurz, gleich lang. Der letzto Baucliring gliinzend, sparlich
behaart und ziemlich fein und zerstreut punktiert, am Hinterrande nicht verdickt.
Lie Behaarung ist zwar etwas langer und weniger gleich als beim <~}, von schmutzig
WeiUlicli gelber Farbe, etwas in's Griinliche spielend, auf dem Kopfe vorne schwarz,
auf dem Kopfschilde mit beigemengten lichten Haaren; zwischen den Fliigelwurzeln
zieht sich eine scliwarze Querbinde; uber die Mitte des 2. und die Wurzel des
8*
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3. Hinterleibsringes geht cine scbwarze, fiir diese Art charakteristische Binde; auf
dem 6. Ringe in der Mitte, und auf dem ganzen 7. Ringe sind schwarze Haare.
Die Ausdehnung der schwarzcn Binden ist veriinderlich, bei var. borealis Schmicdek.
sind die lichten Stellen olivenbraun, seltener ist der ganze Korper, die braune Spitze
ausgenommen schwarz.
Genitalien (Fig. 5 6) mallig langlich und stark chitinisiert. Stipes gegen
die Spitze stark verschmalert, der ruridliche Eindruck der Innenseite reicht bis zum
Aufienrande hin. Squama einwenig nach innen gekehrt, fiach, gegen das Ende zu
etwas erweitert, mit einem fast geraden Endrande und ungefahr beilformig. Lacinia
von oben kaum sichtbar, an der Spitze rechtwinklig ausgeschnitten, so dafl der inuere Winkel in einen stumpfen Schnabel ausliiuft; ihr Aufien- und Endrand mit
kurzen und ziemlich dichten, der Innenrand an der Wurzel mit langeren und dichteren
oben mit kiirzeren und nicht so dichten Bdrstchen besetzt. Spatha schmal, nur gegen
die Wurzel zu schwach erweitert, an der Spitze deutlich ausgeschnitten. Sagitta an der
Wurzel sehr breit, dann verschmalert, aufien abgerundet, an der Spitze wieder erweitert;
das erweiterte Ende ist wieder nach aufien gerichtet und liiuft an der Spitze der Aufienseite in einen scharfen wieder einwiirts gerichteten Zipfel aus und dadurch erscheint der Spitzenrand wie ausgeschnitten; auf der Innenseite ist der Ventralrand
in einen dreieckigen Zipfel nach oben zuriickgebogen. Auch oberhalb dor Stelle, wo
der breite untere Teil verschmiilert ist, ist die ventrale Kante in einen nach aui3en
gerichteten flachen Zipfel erweitert, dessen Vordcrecke dornartig verliingert und der
schief zugeschnittene AuBenrand unregelnuUSig gezackt ist.
Die Genitalien zeigen eine gewisse Verwandtschaft mit B. terrestris und
zwar darin, daG Squama etwas in die Quere entwickelt, Lacinia kurz, an der Spitze
schnabelartig ausgeschnitten, besonders aber daB Sagitta seitlich verflacht, an der
Spitze erweitert und nach aul5en gedreht ist.
Liinge des (J 17—20 mm.
Das Weibchen unterscheidet sich von dem iihnlichen Weibchen des B. hortorwm
durch den deutlich kiirzeren Kopf und die diinnen, schmalen gelben Querbinden
auf dem 2. und 3. Hinterleibsringe, wogegen das Q des B. distingucndus einen fast
gleichmafiig olivengelben Hinterleib hat mit sehr undeutlichen dunkleren Querbinden.
Das cf unterscheidet sich voin B. hortorum ebenfalls durch den kiirzeren Kopf und
helleren, bis auf 2 schwarze Querbinden gleichmaiiig gelblichen Hinterleib; diese
schwarzen Querbinden sind ein sehr gutes Merkmal, womit es sich auch von B. distinguendus unterscheiden lii-Ot, da der letztere hochstens nur olivbraune undeutliche Binden zeigt. Von dem $ des B. pomorum v. mesomelas laCt sich diese
Art sehr leicht durch breitere, vortiefte Schienen, eine mehr gleichmii(3ige Behaarung
und durch weit schmiilere schwarze Binde auf dem Thorax unterscheiden.
Nistet unterirdisch.
Ist eine der selteneren Arten, obwohl iiber ganz Bohmen verbreitet. Recht
haufig in der Umgebung von Prag (Duda!), bei Jicfnl, Sobcice (Sandera!), Cekanice
(Sandera!), Hnidousy (Muzikl), Smefino (Duda!), Chodau (Stein), Josefstadt!, Gratzen
(Vrba!), Schiittenhofen und Kolfn (Kubes!), Eger (Dalla Torre), Ostroinef (Sandera),
Strakonice (derselbe), Hofice (derselbe), Policka (L. Klapalekl).
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Var. borealis Schm., bei Plsek!, Skuc!, Cekanice!, Vysocany (Duda!), Eger
(Gradl I).
3. Bombus distinguendus Mor.
(B. elegans Kriechb., A. fragrans Kirby, B. fragrans Illig. B. pratorum F.)
Das 9 stimmt in der Struktur mit B. Latreillelus iiberein. Fliigel am Vorderrande stark gebriiunt. Die Behaarung ist dichter, auf clem Kopfe, Thorax
und Hinterleibe gelb in's Olivengriine, vorne auf dem Kopfschilde und auf dem Scheitel
sind schwarze Haaro beigemengt; zwischen den Fliigelwurzeln zieht sich eine schwarze
Querbinde; auf den hinteren Hinterleibsringen sind die Haare dichter und darum
tritt ihre gelbe Farbc mehr hervor; der letzte Ring ist mit kurzen schwarzen
Haaren besetzt. Die Bauchringe tragen schmutzig weilie Fransen, und auf den
Beinen tragen die Hiiften und der untere Teil der Schenkel lange, schmutzig weitfe,
• lor iibrigo Teil aber schwarze Haare.
Lange des 9 25—28 mm, der £ 16—18 mm.
Audi das Miinnchen iihnelt in der Struktur dem tf von B. latreillelus und
unterscheidet sich besonders durch die dichtere, dunkler gelbe Behaarung, welclie
besonders auf dem Hinterleibe sehr gleichmafiig gefiirbt ist und keine dunklere
Querbinden bildet.
Die Genitalien (Fig. 5 c) bieten ebenfalls nur geringfiigige Unterschiede,
welche kaum fur eine specitische Charakterisierung geniigen; Squama ist etwas
breiter und ist nicht beilformig, sondern an der Spitze mehr abgerundet und in
gewisser Lage erscheint ihr Endrand bogenformig ausgeschnitten; Lacinia ist etwas
langer, aber minder breit, an der Spitze bogenformig ausgeschnitten und die Sagitta
zeigt einen gerade abgestutzten AuBenrand der nach aufien gebogenen Spitze.
Liinge des <$ 16—20 mm,
Wie ich schon bei B. latreillelus bemerkt habe, liifit sich das Weibchen
von sehr iihnlichen 9 der letzt genannten Art dadurch unterscheiden, dafi der
Hinterleib fast einfiirbig olivengelb, nur nach hinten lichter ist; von ahnlichen Formen
des B. pomorum var. mesomelas sind sie durch den stark gekielten letzten Bauchring sehr gut gekeniizeiclinet. Auch die <$ konnte man fur die J1 des B. pomorum
var. mesomdas verwechseln, aber die breiten, vertieften Hinterschienen bieten ciu
vortrefflichcs Unterscheidungsinerkmal dar.
Diese Art soil nacli Smith ihr Nest oberirclisch bauen, was aber ihre sehr
nahe Verwandtschaft mit B. latreillelus sehr zweifelhaft macht; vielleicht ist da ein
Irrtum mit B. pomorum var. mesomelas. Nach einer Mitteilung des H. Dr. Sandera,
welcher ein Nest noch mit 3 9, das bei Kovafi in dem Bahndamme gefunden worden
ist, erhalten hat, nistet sie in der Erde.
B. distinguendus ist seltener als latreillelus. Jiciin! Prag (Dudal), Sniecmo
(Duda!)7 Neuhaus (Dudal), Ranna (J. Sekeral), Oujezd bei Leitomischel (Kip.), Cernovice bei Gabel (Kip.), Sobcice (Sandera), Kovac (idem), Chlmn (idem), Policka
(L. Kip. 1), Schuttenhofeu und Kolin (Kubes).
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4. Bombus hortorum L.
(B. ruder atus F., A. Ilarrisella Kir by, B. subterraneus Smith, B. Tunstallanus
Drews., B. ligusticus Spin., Br. scutellatus Jur., Ap. argillacea Scop., B. consobrinus D a h 1 b.)
9 und $. Korper grofi, stark, Hinterleib stunipf zugespitzt. Kopf sehr lang,
viel liinger als breit. Augen etwas schmiiler als die lliilfte der Stirn. Kopfschild
deutlich liinger als breit, au den Seiten und am Hinterrande grob und uugleicb,
ziemJich dicht punktiert, auf der Fliiche zwar gliinzend, aber hie und da mit eiuzelnen zerstreuten Punkten; auch vorne an dem bogenformigen Eindrucke sind
dichte und grobe Punkte; sein Vorderrand ist nicht in der Mitte leistenartig erhoben, da der bogenformige Eindruck, der seine gewo'lbte Fliiche vorne begrenzt,
nicht genug tief ist. Wangeu zweimal so lang wie vorne zwischen beiden Gelenken
breit, an beiden Seiten ungleich und grob punktiert, aber auch auf der glatten
Fliiche mit zerstreuten Punkten. Scheitel an den Punktaugen wenig vertieft, dicht
und grob riinzelig punktiert. Zweites GeiUelglied sehr lang, fast so lang wie das
3. und 4. zusammen; drittes wenig kurzer als das 4. Die Oberlippe in der Mitte
der Liinge nach vertieft. Beide Kiele der Oberlippe entwickelt. Der hintere
Spitzenwinkel der Hinterferse ist vorgezogen. Letzter Baucliring hochstens schwach
gekielt.
Die Behaarung ziemlich dicht, lang, pltischartig; Farbe schwarz, Pronotuin,
Schildchen, der 1. Hinterleibsring und die Wurzel des zweiton in der Mitte gelb,
Hinterrand des 3., so wie auch der 4. und 5. weil.5, letzter Abdominalring schwarz
und Hinterrand der Bauchringe grau gefranst.
Die verschiedenen Varietiiten hiingen vom verschiedenen Umfange derhellen
Fiirbung, besonders auf dem Schildchen, dem Vorderteile und Ende des Ilinterleibes ab. —
Lange des 9 20—30 mm.
(5* Korper schlank und lang, Kopf lang, schmal, Kopfschild langer als breit,
an den Randern dicht und grob, auf der Fliiche spiirlich punktiert, gliinzend.
Wangen und Scheitel wie beim 9 • Fiihler lang und schlank; zweites Geilielglied
fast zweimal langer als das 3. und so lang wie das 4. Kiefernbart der typischen
Form schwarz, bei argillaceus und ruderatus gelb. Hinterschienen ziemlicli breit,
auflen stark gliinzend, glatt und entlang des Hinterrandes eingedriickt, die Borstenhaare an den Randern schwarz, lang, korbchenartig gebogen. Hinterferse verhiiltnisiniiszig kurz und breit, im vorderen Drittel am breitesten, gegen die Wurzel zu
stftrker als gegen die Spitze veisclimiilert; die Borstenhaare an der hinteren Kante
schwarz, die unteren langer, aber doch nicht so lang wie die Breite der Ferse.
Letzter Bauchring am Hinterrande fast abgestutzt, am Rande selbst stark geschwollen.
Die Behaarung und Farbe wie beim 9Der Genitalkorper (Fig. 5, d) verhiiltuismiiliig breit. Stipes breit und kurz,
der rundliche Eindruck auf der Innenseite nirnmt mehr als a/4 der Breite ein.
Squama groB, dreieckig, auf ihrem oberen Ende nach unteu gekriimmt, auf dem
unteren vorgezogen, vom Stipes abstehend und zuriickgerollt. Lacinia uberragt die
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Squama, ist bedeutend langer als breit, nach innen gebogen und liiuft in einen klauenartigeu Zipfel aus, welcher auf der Innenkante in ein kleines Zahnchen erweitert
ist. Spatha ist schmal, am Grande wenig breiter, an der Spitze ausgeschnitten.
Sagitta gegen die Wurzel zu wenig breiter als gegen die Spitze, in der Endhiilfte
mit parallelen Seiten, aniJen grob siigeartig geziihnt und an der Spitze abgerundet.
Lange des (j1 18—22 mm.
Typisch ansgefiirbte Stiicke bilden zwei Formen: 1. B. hortorum L. ist kleiner,
das 9 20—25 mm lang; die Behaarung ist etwas ungleich, besonders beim (j\ mit
dunkler gelben Binden auf der Brust und an dem Anfange des Hinterleibes; Kiefernbart des (j1 schwarz. 2. B. ruderatus F. ist grofier, 9 25—30 mm lang;
die Behaarung kiirzer, mehr gleichmafiig, auch beim (j1 and die Querbinden auf
dem Brustkasten und Abdomen sind hellgelb; Kiefernbart des tf gelb. Von den
wichtigeren Varietiiten gehort bieher nigricans Schmiedelc, welche schwarz ist, nur
mit eingestreuten gelben Haaren auf dem Pronotam, Schildchen and der Warzel
des Hinterleibes; die Hinterleibsspitze ist mehr Oder minder weil.5 behaart.
Diese Art ist durch ihren laugen Kopf sehr auffallend und laflt sich darnach leicht von anderen in der Farbe [ihnlichen Arten, besonders B. ionellus anterscheiden; von B. latreillelus anterscheidet sie sich dadarch, dati sie auf dem 2.
und 3. Hinterleibsringe nicht die andeutlichen gelblichen Qaerbinden zeigt.
Das Nest in der Erde.
Sie kommt als eine der gewohnlichsten Arten in ganz Earopa und dem
gi'Sfiten Teile von Nordasien vor.
Var. nigricans Schmiedek. Sobcice and Cekanice (Sanderal), Sme6no und
Gieshttbel (Dudal), Silberberg (Vrbal). Skaii!
5. Bombus pomorum Pnz.
9 und ^. Korper grofl, ziernlich schlank, doch die Grofie ist bedeutend veranderlicb, der Hinterleib stumpf zugespitzt. Kopf lang, bedeutend langer als breit
(im Verhiilnisse 64:61); Augen nicht viel schmiiler als die lliilfte der Stirn.
Kopfschild langer als breit, an den Seiten und an der Wurzel grob, dicht und ungleich, auf der Flftcbe zerstreut punktiert und glanzeud; sein Vorderrand deutlich
leistenartig. Wangen gliinzend, deutlich langer als breit auch fiber der Wurzel
punktiert. Scheitel um die Punktaugen heruru deutlich vertieft. Zweites Gei.fielglied viel langer als das 8., aber kfirzer als das 8. and 4. zasainuien; 4. wenig
langer als das 3. Oberlippe in der Mitte stark randlich eingedrfickt. Beide Kiele
der Oberkiefer dentlicb, letzter Baachring dicht ranzelig punktiert, ohne Kiel aber
doch gegen die Spitze zu dachformig zusammengedrackt.
Behaarung angleich. Der Farbe nach unterscheideu wir zwei Haaptformen:
B. pomorum Pnz. ist schwarz, auf dem 3.—6. Hinterleibsringe rostrot, auf der
vorderen Partie des Thorax and auf dem Schildchen sind graae oder gelbliche Haare
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eingestreut, welche auf dem Promotum manchmal eine undeutliche graue Binde
bilden. Korbchenhaare schwarz, an den Spitzen ofters rotlich, selten rot. Var. nigromaculata Schmiedek. zeigt auf dem 3. Hinterleibsringc in der Mitte eine viereckige
schwarze Makel. 2. Form elegans Seidl (mesomelas Oerst.) hat einen schwarzen
Kopf, graulich weifien Brustkasten mit einer breiten schwarzen Querbinde, und
srhmutzig weiiion, auf dem 2. und 3. Ringe oder ganz rostbraunen Hinterleib.
Liinge des 9 20—24 mm.
Das (j1 verhaltnismiiGig grots, aber schlank, in der Korperform einer dickcron
Wespe nicht unahnlich. Kopf im Verhiiltnisse zur Brust groB und minder liinglich als beim 9 (Verhiiltnis 46 : 50). Kopfscliild etwas langer als breit, fast gleichmiUSig rundlich gewolbt, vorne, mit einem sehr rlachen, bogenformigen Eindrucke,
fnst durchwegs grob, nur auf der Scheibe spiirlicher griibchenartig punktiert und
in Folge (lessen nur mattgliinzend. Wangen deutlich langer als breit und ebenfalls
mit sparlichen zerstreuteu Punkten. Scheitel an den seitliclien Punktaugen
griibchennrtig vertieft, und diese Verliefungon sind glatt, gltinzend und ziehen sich
fast bis zu den zusammengesetzten Augen. Zweites GeitJelglied ist zwar bedeutend
langer als das 3., aber kurzer als das 4., welches reichlich zweimal langer ist als
das 3., die iibrigen Glieder sind lang und deutlich, obwohl nur miiGig gebogen,
Oberkiefer ohne Bart. Hinterschienen schmal, aulien gleichmliUig gewolbt, durchwegs behaart, die Hiirchen sind kurz, fuchsrot. Hinterferse lang, schmal, mit parallelen und fast geraden vorderer und hinterer Kante; Borstchen auf der hinteren Kante sehr kurz. Letzter Bauchring abgerundet, am Rande kaum verdickt
Genitalien (Fig. 5, e). Genitalkorper langlich. Stipes stark, der rundliche
Eindruck seiner Innenseite reicht ctwa bis in zwei Dritteln der Breite; Squaina
dreieckig, mit bogenformigem Autienrande und auf der Innenseite in eine queie
Lamelle von etwa viereckigem TJmrisse mit abgerundetem unterem Winkel auslaufeud. Die liingliche Lacinia iiberragt bedeutend die Squaina und ist am Ende
in einen breiten, innen abgerundeten und an der Spitze bogenfdrrnig ausgeschnittenen
Schnabel vorgezogen; auf der Aufienseite und dem Endausschnitte triigt sie sparliche kleine Borstchen, auf der Innenkante aber unterhalb des Vorsprunges von
Squama eine lleihe von sehr starken spitzenartigen Borsten. Spatlia lanzettlicli,
lniitlig breit, an der Spitze abgerundet. Sagitta unten mafiig verdickt, an der
Spitze nacli autien und unten gekriimmt und schnabelartig etwas in eine Spitze
vorgezogen.
Auch die Miinnchen bieten zwei Formen: 1. />'. pomorum ist schwarz, auf
dem Thorax vorne und hinten mit grauen Harchen, so dafi nur zwischen den
P.ugeln eine schwarze Querbinde iibrig bleibt; der Hinterleib fast ganz rostrot, pur
am Grunde mit aschgrauen Haaron. 2. elegans Seidl ist aschgrau, auf dem Kopfe
schwarz, mit einer schwarzen Querbinde auf dem Thorax zwischen den Fliigeln;
auf dem Hinterleibe iibergeht die graue Farbe in eine rostgelbe, welche an
der Spitze iibcrhand nimmt; bei dem echten elegans Seidl ist der Thorax oben
etwas gelblich. Wenn die graue Fiirbung weili wird, erhalten wir die Var. canus
Pallas.
Lange des <$ 18—20 mm.
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Die Arbeiterinnen sind 15—18 mm lang, aber auch viel kleiner und bieten: uns
dioselben Farbonformen wio die Weibchen, dock bei dem ecliten pomorum sind die
grauen Hiirclien auf dem Pronotam und Schildchen deutliehor.
Pomorum liisst sich von anderen Arten mit rotem Abdomen leiclit (lurch
den langen Kopf unterscheiden und fiir das J1 sind noch die sclunalen Hintertibien charakteristisch. Var. mesomelas kflnnte vielleicht— besonders die Arbeiter —
mit dem B. variabilis var. notomelas verwechselt werden, aber die Weibchen von dem
ersteren haben auf dem Bucken des Thorax zwischen den Fliigeln nur eine vorne
deutlich durch graue Haare begrenzte schwarze Querbinde, wogegen bei dem letzteren die ganze Mitte des Thorax von einer rundlichen schwarzen Makel eingenom
men wird, welche nach vorne und hinten in's Olivengriine iibcrgeht und die graue
Farbe des Pronotum mehr oder minder uiiterbricht. Das ($ erkennen wir leiclit
nach der Liinge des 2.-4. GeiOelgliedes. Nebstdem ist der Kopfschild des (j1
und 9 von B. mesomelas mit schwarzen Haaren besetzt, zwischen welchen helle
Haare nur sparlich eingestreut sind, wogegen die Behaarung des Kopfschildes bei
notomelas licht ist. B. distinguendus ist immer gelber und das (J1 hat breite und
vertiefte Hinterschienen, beim 9 ist der letzte Iliuterleibsring stark gekielt.
Das Nest ist unterirdiscb.
Die typische Form lebt mehr in Niederungen, wogegen mesomelas holier liegende Gegenden bevorzugt. Die Art ist ttber ganz Bdhmon verbreitet.
6. Bombus soroensis Fab.
9 Korper mittelgroli, plump, Hinterleib kurz, stumpf verschmiilert. Kopf
ziemlich kurz (Verhiiltnis 50 : 56), Augen bedeutend schmiiler als die Hiilfte der
Stirn. Kopfschild etwa so lang wie breit, durchwegs grob, griibcbenartig, anf der
Scheibe spiulicher punktiert; sein Vorderrand stark leistenartig, aber in der Mitte
fast unterbrochen. Wangen etwa so lang wie breit, mit zerstreuten Punkten.
Scheitel flach, dicbt punktiert. Zweites Geifielglied etwa l'/2 mal liinger als das ;>>. und
dieses wenig kiirzer als das 4., welches ebenfalls deutlich kiirzer ist als das 2;
'lie iibrigen Glieder walzenformig. Oberlippe in der Mitte eingedriickt. Beide
Kiele des Oberkiefers entwickelt. Die Hinterferse verhiiltnismatMg kurz und breit,
in der Mitte am breitesten, auf beiden Seiten gleichmiUSig verschmiilert, so daB
ilii'e Hinterkante bogeiifiinnig ist. Der letzte Bauchring nicht gekielt.
Die Behaarung gieichmiUSig, dicht, pliischartig. Was die Farbe anbelangt
s
<> unterscheiden wir 3 Hauptformen: 1. soroensis F,, typ. ist schwarz, auf dem Hinterrande des 2. und auf dem 3. Binge zieht sich eine grauliche Querbinde und die
Korperspitze von der hinteren Hiilfte des 4. Binges angefangen ist weifi. Auf dem Pronotum, den Brustseiten und dem 2. Binge machon sich oft mehr oder weniger
zahlreiche gelbe Haare sichtbar, welche bei Var. laetus Schmied. auf dem Pronotum eine ganze, auf dem 2. Binge eine unterbrocheiie Binde bilden. 2. Form
Proteus Oerst. hat ein hell rostrotes Hinterleibsende von der Mitte des 4. Binges
iuigefangen. Auch bei dieser Form entwickeln sich manchmal auf dem Pronotum