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UNTERSUCHUNGEN
ÜBER DIE
FAUNA DER GEWASSER BÖHMENS
V.
Untersuchung
de3
Elbeflusses und seiner Altwässer
durchgeführt
auf der
übertragbaren zoologischen Station
von
Prof.
Fric
Dr. Ant.
(Mit vielen
und
Dr. V. Vävra.
Abbildungen im Texte.)
ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN.
XI.
BAND. Nro.
PRAG
IN
COMMISSION BEI
FR. RIVNÄC.
3.
1901.
—
DRUCK VON
Dr.
EDV. GREGR.
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Einleitung.
I.
Die fliegende
löste
ihrer
seit
Teich
des
dann
zwei
Station
Gründung im
Flachlandes mit
der
gabe die Fauna
von Böhmen
1888 mehrere Aufgaben.
Es wurde ein
Leptodora und ein Gebirgsteich mit Holopediuni *),
Comites für Landesdurchforschung
des
Jahre
Böhmerwaldseen
untersucht **)
Stromes und
und
es
noch
blieb
die
Auf-
Zu
Zwecke wurde eine sehr günstige Localität an der mittleren Elbe
gewählt, wo sowohl der fliessende Hauptstrom sowie zahlreiche Altwässer zueines
grossen
Altwässer zu
seiner
studiren.
diesem
gänglich waren.
Hier bot sich eine lange Reihe von Fragen und Aufgaben, zu deren Lösung
viel
mehr Kräfte und
zur
Mittel
Disposition
stehen
sollten,
als
die wir
über
verfügten.
Man
wo
unterschätzte bisher die Bedeutung der Untersuchung des Süsswassers,
je weiter
man
desto
arbeitet,
mehr
es sich zeigt,
was für ein
umfangreiches
Wissen eine solche Arbeit erfordert, das man bei einem einzelnen, der nicht seit
Jahren sich ausschliesslich der Aufgabe widmet, nicht erwarten und auch nicht
fordern kann.
bearbeiten will, ist bald gezwungen bei
Amerika sind neuerer Zeit ähnliche Anstalten in
Verbindung mit Universitäten und eine ganze Reihe Fachmänner betheiligt sich
an den Arbeiten und zieht zahlreiche jüngere Kräfte heran.
Jeder,
der eine solche Localfauna
Specialisten Hilfe zu suchen.
Die Universität
In
am Ufer
Wisconsin steht
in
des Mendota-Sees,
wo
Prof.
Birge wichtige lacustrische Studien unternommen hat.
Es wurden auch „die Grossen Seen"
hard, und Michigan von Prof.
als St. Clair und Erie von Prof. ReigWood, mit Unterstützung der Fischerei-Commission
der Verein. Staaten untersucht.
Bei diesen Studien trat die Nothwendigkeit einer biologischen Station in
Vordergrund und es wurden einige provisorische Sommerlaboratorien in den Stationen zur künstlichen Fischzucht der Fischerei-Comm. errichtet, wie in Michigan
und Ohio.
*)
Die Thierwelt des Unterpoöernitzer und Gatterschlager Teiches Archiv für Landes-
durchforschung IX. Band. Nr.
**)
2.
Untersuchung zweier Böhmerwaldseen.
Archiv für Landesdurchf. Band X. Nr.
3.
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Im Jahre 1895 wurden zwei
errichtet.
mann
selbstständige biologische Süsswasser-Stationen
Die Universität von Indiana hat
am Ufer
eine Station
durch
die
Anregung des
prof.
Eigen-
des Turkey-Sees ins Leben gerufen und für das erste
Jahr eine Subvention von 1000 Kronen, für das zweite Jahr von 1500 Kr. bewilligt.
im dritten 63 und im vierten Jahre,
als zwei grosse Gebäude errichtet wurden, 103 Theilnehmer gearbeitet.
Die langjährigen Untersuchungen der Seen und Flüssen in Illinois führten
ebenfalls zur Gründung einer biologischen Station, die mit glänzenden Mitteln
Im
ersten Jahre haben da 19, im zweitem 42,
ausgerüstet wurde.
Die biologische Station ist hier als schwimmendes Boot von 60 Fuss Länge
und 20 Fuss Breite errichtet worden, mit dem Arbeitsraume für 16 Personen. Das
Staats-Laboratorium für Naturkunde und die Universität von Illinois haben auf die
und
Errichtung
wovon
die
sich
die
Erhaltung
dreijährige
Auslagen
der Errichtung
der Station
auf
Auslagen in den drei Jahren auf 30.000 Kronen
Unterstützung
des
seitens
Minist,
f.
und
bewilligt,
die laufenden
beliefen.
Von den europäischen Süsswasser-Stationen
eine
51.500 Kronen
12.500 Kronen
geuiesst
Landwirtschaft
die Station
und
11.400 Kronen, die Mügelsee-Station eine Subvention von 7.400 Kronen.
tion in
von
Die Sta-
Trachenberg wurde vom Fischereivereine mit 1200 Kronen unterstützt.
In den letzten Jahren
in
Plön
in
Unterricht
Schweden
bei Finspong
Wir haben
ist in
und
in
Dänemark
eine Süsswasser-Station bei Fridriksdal,
Russland bei Nikolaev und Saratow errichtet worden.
eine Subvention von 400 Kronen auf Baarauslagen und
400 Kronen
Remuneration dem Assistenten.
Der Laudeskulturrath von Böhmen unterstützte im vorigen Jahre die Arbeiten
an der stabilen Station in Biechowitz mit 400 Kronen.
Ausser unseren Anstalten besteht in Oesterreich bisher weder eine fliegende
als
noch eine ständige Station für das Studium der Süsswasserfauna, deshalb mag man
das Gebotene mit Wohlwollen annehmen und bedenken, dass bei den geringen
Mitteln, die
kaum zur
Bestreitung der Baarauslagen hinreichen, von den Betheiligten
nur aus Liebe zur Wissenschaft und aus Patriotismus gearbeitet wird, und zwar
nur in den wenigen Tagen, die ihnen von anderen Berufsarbeiten übrig bleiben.
Bahn zur Vervollständigung der Kenntniss
Bedeutung sowohl für die Wissenschaft, als auch
für die Praxis und man muss sich mit denselben begnügen, solange man an maasgebenden Stellen sich nicht entscheiden wird dieses Streben ausgiebig zu unter-
Und doch brechen
diese Arbeiten
unseres Vaterlandes und haben
stützten.
II.
Uebersiedelung uiid Aufstellung der fliegenden Station.
Als die Arbeiten an den Böhmerwaldseen ihrem Abschluss nahten, machten
wir Vorbereitungen zur Uebersiedelung
Zuerst
besuchte
Apotheker
J.
Dr.
Hellich,
der Station
Vävra zweimal Podiebrad,
derzeit Bürgermeister
um
an die Elbe bei Podiebrad.
gemeinschaftlich
mit
Herrn
daselbst, eine Stelle auszufinden,
sich zur Aufstellung der Station eignen würde.
die
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Diess war mit Rücksicht auf die sich
oft
wiederholenden Inundationen der
ganzen Umgebung von Podiebrad eine sehr schwierige Aufgabe, wie man an dem
beigefügten Bilde (Abbild.
barer Nähe
1.)
ersehen
kann. Endlich wurde ein Platz in unmittel-
als am besten geeignet gedem Zwecke gepachtet.
einen Unterbau bis zum Niveau des höchsten
mussten wir mittels Kahn zur Thüre der Sta-
der Fischerswohnung unweit
des Flusses
funden und ein kleiner Garten beim Fischerhause zu
Aber auch da war
es nöthig
Wasserstandes aufzuführen
und
oft
tion fahren.
Bei Zerlegung der Station
llass
am Schwarzen See machten
der Grundrahmen von den Ameisen (Formica ligniperda)
Fig.
Die fliegende zoologische Station
dass
fressen war,
musste
durch
in
wir die Erfahrung,
stellenweise so zer-
1.
Podiebrad während des Hochwassers.
man durch den Balken einen Stock stossen konnte. Derselbe
Rahmen von Eichenholz ersetzt uud das Dach mit
einen neuen
Kautschukleinwand überzogen werden.
Am
September wurde die Station am Schwarzen See zerlegt und per
Achse in 2 Stunden nach der Station Spitzberg geschafft, von wo dieselbe am
19. September in Podiebrad anlangte.
12.
Nach der
man
definitiven Fixirung der Bau-Stelle durch prof. Dr. A. Fri6 schritt
zur Aufstellung der Station.
Am
18. October war der Unterbau fertig und das Dach reparirt.
November brachten wir im Inneren alles in Ordnung und machten den
Fangversuch. Hiemit war alles für die Arbeiten im nächsten Frühjahre
2.
ersten
vorbereitet.
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III.
Auszug; aus
dem Tagebuche.
(1896—1901.)
Um
den interessirten Kreisen einen Ueberblick unserer Thätigkeit zu geben,
wir hier einen kurzen Auszug aus dem Tagebuche folgen, aus dem zu er-
lassen
sehen
wie gering die Zahl der Tage ist, die wir dieser wichtigen Arbeit widmen
Im ganzen wurde in vier Jahren von 6 Arbeitern an circa 130 Tage geetwa 500 Protokolle über die gemachten Fänge und über die anatomirten
ist,
konnten.
arbeitet,
Fische verfasst.
Das erlangte Material wurde conservirt und vom Herrn Verwalter Ein. Pecka
120 mikroskopische Praeparate der Fänge augefertigt, welche eine Controlle der
Bestimmungen ermöglichen und auch zur Demonstration und zum fortgesetzten
Studium dienen werden. Für die Museumssammlungen wurden viele Schaustücke
gesammelt.
Mehrere Skizzen der Fauna der Skupice wurden von Prof. Fric
und
entworfen
für
die
Museumssammlung von H. K. Thon
in
Aquarell
durch-
geführt.
Dr. V. Vävra
Herrn J. Hellich die als geeignetste Stelle zur Aufstellung der Station neben der Fischerswohnung gefunden und später hat Dr. Fric und Dr. Vävra genau die Baustelle be-
1896.
hat im August mit Hilfe
des
zeichnet.
Absendung der Station von Spitzberg nach Podiebrad.
Der Unterbau wurde beendet, ein eichener Grundramen angebracht
und die Station durch Herrn Baumeister Fiala aufgestellt. Das Dach wurde
August
12.
October
18.
mit neuer Kautschukleinwand überzogen.
November 2. Die innere Einrichtung wurde in Ordnung gebracht und der erste
Versuch mit dem Fang des Planctons auf der Skupice mit Hilfe eines schwerfälligen Fischerbootes durchgeführt.
Mars
Hochwasser reicht bis zu den Stufen der Station. Besuch der Apusbeim Fasangarten.
3. Zeichnen und Conserviren der gemachten Fänge.
25, 26. Es wurden 5 Fische nach Nahrung uud Parasiten untersucht; die Apuslocalität abgefischt und die inundirte Gegend von Dr. Vävra photographirt.
1897.
2.
„Prachärna"
localität
April 14.
Vävra
Dr.
und Assistent
Infusorien, Räderthieie
Mai
Juni
F. Svec. Untersuchung der Apuslocalität.
und Turbellarien untersucht uud conservirt.
1, 2. Dr. Fric und Dr. Vävra. Plancton der Skupice, drei Fische nach Nahrung
und Parasiten untersucht.
8, 9.
und
Dr. Friü uud Dr. Vävra.
in
1
m
Auf der Skupice das Plauctou der Oberfläche
Tiefe untersucht, so auch
Das Plancton der fliessenden Elbe.
24, 26, 27. Dr. Fric
und Dr. Vävra.
das Litorale.
Nupharblätter abgesucht.
Zwei Aale auatomirt.
Das
Plancton
und
Bastarde
Litorale,
9 Fische
der Skupice
(Abramidopsis Leuckarti) untersucht.
Juli
13, 14.
Dr. Fric
untersucht.
servirt.
a Dr.
Vävra.
Ein Prachtexemplar
Plancton
des Schied
der Skupice,
für die
Museumssammlung con-
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August
1
Elbe
Fliessende
untersucht.
Glugeaen an Fischen
Skupice Oberfläche,
Albia
untersucht.
m
1
und
entdeckt.
stationis
studirt.
Dr. Fric
October 1, 2, 3.
K. Thon.
Dr. Friö, Dr. Vävra,
3, 4, 5.
Litorale
Hydrachnen und Würmer untersucht.
Viele Räderthiere.
untersucht.
September
Oberfläche und
Dr. Vävra. Assistent K. Thon. Inundirte Gegend.
11, 12.
m
und Dr. Vävra.
Plancton
Sammeln von
der Skupice.
Spongillen und deren Parasiten. Drei Fische wurden anatomirt.
Oberfläche und
Smyöka. Plancton der Skupice,
16, 17. Dr. Vävra, Assistent
1
m.
Auch wurde Rhynchelmis und Trochospongilla erinaceus gesammelt.
November
Dr. Vävra, Assistent Smyöka.
19, 20, 21.
fläche, Litorale
1898. Jänner
wurde
1
6, 7,
5,
der Skupice Ober-
m
und Spongilla
8.
Dr. Vävra, Assistent Smyöka. In der Eisdecke der Skupice
m
100
eine
Oberfläche mit
Plancton
m
lange, 1
fluviatilis
gesammelt.
Strasse
breite
Cyclops insignis gefischt.
ausgehauen,
das Plancton» der
Rhynchelmis gesammelt und eine
Reihe von Fischen conservirt.
Mars
Bei Hochwasser wurde Oberund Grundfauna gefischt. Sieben Fische anatomirt.
Dr. Vävra und Dr. Babor. Es wurden die Apuslocalitäten untersucht
Dr. Vävra und Assistent Srämek.
1, 2, 3.
flächenplancton,
April
2, 3.
1
m
und Mollusken gesammelt.
Mai. 17, 18, 19, 20.
1
m
gefischt.
Dr. Vävra.
Dr. Friö u.
Skupice,
Plancton der Oberfläche,
Sechs Fische anatomirt und die Apuslocalitaeten besucht.
Juni. 17, 18, 19. Dr. Friö, Assistent Srämek. Oberflächenplancton der Skupice mit
sehr vielen Asplanchna, in
Leptodora.
»i
1
Bryozoen
des Labice-Armes
ge-
zeichnet, 8 Fische anatomirt.
August.
2, 3,
24,
25,
26,
5.
4,
Dr. Fric
Dr. Vävra.
u.
Photografische
Aufnahmen.
Plancton
4 Fische anatomirt.
gefischt;
27.
Dr.
Friö
u.
Dr.
Vävra.
und Plancton
Bodenfauna untersucht
der fliesenden Elbe gefischt.
September. 18, 19, 20.
Dr. Vävra, Assistent Srämek.
Najas marina aufgefunden
und photografirt, Plancton der Skupice, Oberfläche, 1 m und Litorale gefischt
und untersucht.
October. 3, 4, 5.
Dr. Fric
u.
Petersburg). Oberfläche,
1
Dr. Vävra,
m und
(Besuch des
Litorale gefischt.
Iv."
Nico].
Im Sande der
Arnold
aus
St.
fliessenden Elbe
Dr. Vävra Limnicythere inopinata entdeckt.
November. 18, 19, 20. Dr. Friö u. Dr. Vävra Plancton der Oberfläche,
und Grundes untersucht. 8 Fische anatomirt.
1
m
Litorale
1899. Jänner. 9, 10, 11, 12. Dr. Vävra, Assistent Srämek. Die Skupice bei Hoch-
wasser
eingefroren.
wurden
befischt.
Die
Stellen,
Oberfläche,
1
m
freiten Stelle) 2 Fische anatomirt.
behufs
die
Eisgewinnung entblösst waren,
Litorale (an einer geflissentlich
vom
Eis be-
Rhynchelmis-Cocone auf den Wurzeln von
Wasserpflanzen gefunden. Bodenschlamm untersucht.
Feber 26, 27.
Dr. Vävra,
Ass. Srämek.
des Planctons unmöglich.
servirt.
Eis auf der Skupice 2
Drei Fische
Partien photographirt.
anatomirt.
cm
Verschiedene
dick,
Fischen
Larven con-
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8
(Dr. Vävra,
April 22. 23.
gefischt.
Diatomeaen
Mai
gefischt.
Dr. Friö
22, 23.
Herr Verwalter Emnnuel Pecka). Hochwasser-Plancton
Bei Sturmwind wurde Litorale mit sehr vielen
Fische anatoiuirt.
7
a Dr. Vävra.
Plancton
der Skupice
gefischt
und auch
in
der fliessenden Elbe. 2 Fische anatomirt.
T
,.
'«
v
o
Juli 1, 2, 3
(Dr.
r
i
Fric,
Ass. Srämek,
Besuch
Chlumec.) Skupice-Plancton, Oberfläche,
1
des CentraUlirektors
m, 2
m
und Litorale
Jaroska aus
gefischt.
Sturm
und Regen erschweren die Arbeit.
Juli 18, 19, 20. Dr. Fric, Dr. Vävra.
Plancton gefischt und untersucht.
August 21, 22, 23. Dr. Vävra, Ass. Srämek. Plancton
gefischt.
Nymphaeen-Blätter
abgesucht.
September 14, 15.
Dr. Vävra. Hochwasser.
Plancton untersucht.
Die Station neu
im Inneren angestrichen, das Dach reparirt
Besuch des Wirtschaftsdirektors Jifecka aus Jicinoves.
21.
Dr. Fric erklärte die
Einrichtung der Station und zeigte das Fischen des Planctons.
October 10, 11, 12. Dr. Fric, Dr. Vävra. Hochwasser, Skupice-Plancton untersucht.
Das Altwasser „Dekanskd tun" untersucht.
November 17, 1$, 19, 20. Dr. Vävra, Ass. Srämek. Skupice-Plancton mit häufigen
Räderthieren auf der Oberfläche, Dekanskä tun befischt.
1900. Jänner 25, 26. Dr. Vävra, Ass. Srämek. Hochwasser steigend, das Eis übergössen. Arbeit unmöglich.
März
20, 21, 22.
Dr. Fric, Dr. Vävra. Skupice-Plancton untersucht. Sieben Fische
anatomirt.
April 11. Dr. Vävra. Hochwasser.
Dr. Fric, Dr. Vävra.
19, 20, 21.
Hochwasser, Skupice-Plancton, Oberfläche,
1
m,
12 Fische anatomirt.
Mai
Dr. Vävra, Ass. Srämek. Mehrere kleinere Tümpel am linken Elbeufer
7, 8.
wurden untersucht und das Material conservirt.
Juni
6,
7,
8.
Dr. Friö, Dr.
Glugeaenstudien
Vävra. Plancton-Untersuchung, Litorale der fliessenden
Asplanchna.
Nympheaen
Blätter abgesucht.
Vier
26, 27, 28, 29. Dr. Friö, Dr. Vävra. Skupice und Labice-Plancton untersucht.
Der
Elbe.
in
Fische anatomirt.
Tümpl „Marena" untersucht. Zettelcatalog der Flora
Juli 15, 16, 17.
angelegt.
Dr. Friö, Ass. Srämek, Ass. Thon. Plancton gefischt
und
studirt.
Mus. Ass. Tocl untersuchte mit Herrn Apotheker Hellich die Flora der SkuHerr Thon widmete seine Aufmerksamkeit den Hydrachnen und deren
pice.
Brut. Zwei Fische anatomirt.
August 17, 18, 19. Skupice-Plancton und Litorale untersucht dann die Fauna der
Lehmufer der fliessenden Elbe studirt Spongillen conservirt und Anoudonten
und Unionen anatomirt.
September 13, 14, 15.
Dr. Vävra, Ass. Srämek. Plancton der Labice:
Oberfläche
)
m
und Litorale untersucht und Spongillen gesammelt. Sehr niedriger Wasserstand. Mehrere kleine Tümpel und die Apuslocalitäten werden revidirt.
1
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9
October 28, 24, 25.
und Ass. Srämek unternahmen
Dr. Vävra
Abfischung des Zehuuer Teiches. Nach Rückkehr forschten
Oberfläche und 1 m.
November
10,
9,
Dr.
11.
Dr.
Friö,
Vävra Plancton
einen
sie
Ausflug zur
Skupice-Plancton,
untersucht
und
7
Fische
anatomirt.
December
14,
15, 16. Plancton untersucht.
Fünfzehn Fische anatomirt. (Besuch des
Schuldirektors H. Krauskopf aus Lissa).
Chemische und physikalische Beschaffenheit des Wassers.
IV.
Die chemische Beschaffenheit des Elbewassers
kungen
unterworfen
Folge
in
der
starken
ist
Schwan-
gewiss grossen
Verunreinigungen
durch
Industrie-
Rang einnehmen. Mehrere
Abwässer in todte Arme der Elbe und verwandeln sie in
stinkige Lachen, in denen alles thierische Leben verschwunden ist.
Dies geschieht regelmässig im Herbste und wirkt um so intensiver, je
niedriger der Wasserstand ist.
Sehr bedenklich gestaltete sich in neuerer Zeit die Wirkung der Petroleumetablissements, unter denen die Zuckerfabriken den ersten
derselben
lassen
ihre
Schmutzreste sich an den Wehren und Wasserbauten
raffinerien in Pardubic, deren
bis
über Elbeteinitz, Kolin und weiter stromabwärts bemerkbar machen.
Die dünne Petroleum-Schichte, die sich bei niedrigem Wasserstande besonders
an
stillen
Thierwelt,
vernichtet die niedere
Stromstellen bildet,
welche
die Basis
der Nahrung der Fische darstellt
Auch hat
die
im grossen Maasstabe angewendete Düngung mit verschiedenen
allmählig in den Fluss ge-
Chemiealien, die namentlich durch die Drenageanlageu
langen, grossen Einfluss auf die chemische Beschaffenheit des Elbewassers.
Trotzdem geben wir hier ein Beispiel der Zusammensetzung
Elbewasser aus dem Werke des Dr. Hanamann.
von normalem
*)
jmische Zusauimei setzimg der Elbe oberhalb Celakowitz
im November
1892.
Grammes
Na,0
001197
In 1000 cc Wasser sind enthalten
Chlornatrium
Natriumsulfat
.
.
.
.
.
.
.
.
Kaliumsulfat
.
.
.
.
Calciumsulfat
.
.
.
.
Calciumcarbonat
.
.
0-01243
KÖ
001211
CaO
0-00675
MgO
0-13991
Eisenoxyd
1
SiO a
Thonerde
j
.
.
.
.
.
CO,
.
.
0-00204
.
.
000261
Fe 2 0,
0-22184
N
A1 2
Calciuinnitrat
2
.
.
so,
Cl
.
0-00655
008202
.
0-01188
.
.
0-01653
.
.
.
.
0-07463
.
.
000907
3
6
01178
.
.
2
Magnesiumcarbonat .0 02495
00907
Kieselsäure
.
\
.
000726
0-00204
(
.
.
0-00172
022349
Sauerstoff ab für
C 1.
.
0-00164
022184
*)
Dr Hanamann, Archiv
für
Landesdurchforach. Band X. No.
5.
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10
In
Glühverlust (V024 Mgm p. Liter.
100 Gewichtstheilen des Rückstandes sind enthalten
5-31%
Na.,0
K Ö
295
CaO
36-98
MgO
S0 3
535
746
CO,
33-65
2
Cl
3-27
Si02
4-09
AL0 3
N
a
„
,
„
„
,
„
„
"
)
77
6
n
100 74°/
Sauerstoff ab für Cl
.
.
Q-74
.
„
ioo-oo°/
Gesammthärte des Wassers
-
9 85.
Auf der linken Seite empfängt die Elbe die Klabavka bei Alt-Kolin,
mit dein Schwojschitzer Bach bei Dobfichov, den Schemboabach
die
bei
Planianka
Sadska, den Auiraler Bach, der bei Prczan
noch einige Bäche von geringer Bedeutung.
Bei
Tauzim
in
2
Arme
einmündet,
getheilt
ergiesst sich die wasserreiche Iser in die Elbe
uud
fliesst
dann
nord-
westlich über Braudeis gegen Obfistvi.
Eine ebene, sandige, bewaldete Landschaft debnt sich auf dem rechten Ufer
auf dem linken erheben sich höhere Gehänge, welche sanft gegen
der Elbe aus,
und dem dünngeschichteten, petrefactenreichen QuaderKreidescbichte angehören und mit Löss und Gerolle in
der Tbalsohle bedeckt sind. Das Hochwasser befruchtet die ausgedehnten WiesenAls letzte Spuren des angrenzenden Gebirges zeigen sich Klippen von
gründe.
das Flussthal
abdachen
sandstein der cenomanen
Kieselschiefer.
Der niedrige Höhenzug, der
sich bei DfiS
gegenüber von Elbekosteletz aus
dem Alluvium erhebt und in nördlicher Richtung über Väetat bis Melnik ausdehnt,
gehört zum Gebiet des Weissenberger Pläner, der gegen Nordosten an Mächtigkeit
zunimmt und
bei Melnik steil
gegen die Thalsohle der Elbe
abfällt.
Zwischen Weltrus und bei Obfistvi breitet sich an der linken Stromseite
das Elbthal stark aus, indem es das Delta zwischen Moldau und Elbe bildet und
durch das Zusammenwirken der zwei grössten Flüsse Böhmens auf beträchtliche
Tiefen angeschwemmten
Boden
absetzte,
unter
welchem
sich
die Schiefermassen
des Grauwackengebirges verbergen.
Der Boden dieses Deltas besteht aus Flussschutt und lehmigen Flussalluvien.
dem Kalkgebirge entquellende, unweit Melnik
Schopka der mit dem Forellenbach vereinigte Goldenbach in die Elbe. Auf den
nahe an die rechte Seite der Elbe vordringenden, mit Weingärten durchsetzten
Bei Tfebosnice mündet der Bysicer,
bei
Höhen
folgt die Stadt Melnik, vor der die
Elbe sich mit der Moldau vereinigt.
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11
Dieses Beispiel reicht gewiss nicht hin einen guten Begriff über chemische
Beschaffenheit zu geben, denn dazu wäre eine öftere periodisch wiederholte Unter-
suchung bei verschiedenem Wasserstande und verschiedener Trübung und momentaner Verunreinigung nöthig, und sollte diess als Aufgabe einem an der Elbe ständig
wohnenden Chemiker zugewiesen werden.
V. Die Flora der Umgegend von Podiebrad.
Zusammengestellt von Ass. K. Tocl.
Ein hervorragender böhmischer Fachmann bezeichnete
von Kolin
Sinne
die
bis
Melnik
die Elbeniederung
den botanischen Garten Böhmens. Er hatte dabei im
o. Schwarzböden
(„cernavy"), welche in
als
Torfwiesen der Eibniederung
der Mitte des Juni von herrlichen Orchideen geziert sind, und die herrlichen Wiesen,
die
dem Botaniker
als
„sauere" Wiesen bei den Landwirthen wenig
reiche Ausbeute geben.
gebaut und zur Pflanzung von Rüben,
Diese Wiesen sind aber grösstentheils
und werden
vielfach
um-
Zwiebeln und Gurken verwendet, und
man
beliebt
sucht nun vergebens nach Arten, die hier Tausch und Opiz fanden.
Die Wiesen längs der beiden Elbeufern haben eine manigfache Flora und
wir werden in nachstehendem besonders denen der
Aufmerksamkeit widmen.
Es
ist
das
nicht
eine
Umgebung der Skupice unsere
eigenthümliche
Flora
in biolo-
gischem Sinne, sondern nur eine interessante Association gewisser Arten.
Prof. L. Celakovsky bezeichnet die Vegetation von Podiebrad (die
I.
des Prodroms) als eine
Wärme
liebende, während
die Ufer-
die wir hauptsächlich darstellen wollen, in die Formation II.
Von den Algen wollen
Formation
und Wasserflora
fällt.
welche sich an den
Gehäusen der Mollusken Planorbis, Limnaeus und Anodonta ansetzen und diess
sind: Trentepohlia De Baryana Wolle und Aphanocapsa anodontae
Hansgirg.
Auch
wir zuerst diejenigen erwähnen,
lebt hier eine Art des Chlorocliytrium eingeschlossen
im Gewebe
der verschiedenen Arten der Wasserlinsen.
Die Algenflora der Elbeniederung gehört nach Hansgirg zu der niedrigsten
Region und wir führen nach demselben Autor nachstehende bezeichnende Arten an.
Chrysomonas
flavicans Stein.
Coleochaete pulvinata A. Br.
—
orbicularis Pringsh.
Chaetophora elegans Ktz.
Conferva tenerrima Ktz.
—
bombycina Wolle
Aphanochaete repens Ktz.
Rhizoclonium hieroglyphicum Ktz. ampl.
Oedogonium crispum Wittz.
Cladophora fracta Ktz. ampl.
—
—
—
—
cappilare Ktz.
—
—
Pringsheimii Cram.
Vaucheria
teuuissimum Hansg.
Volvox globator Ehrb.
Vaucheri A. Br.
glomerata Ktz.
canalicularis Ktz.
sessilis
morum
DC.
Bulbochaete setigera Ag.
Paniorina
Cylindrocapsa geminella Wolle.
Chlamydomonas pulvisculus Ehrb.
Stigeoclonium tenue Ktz. ampl.
Hydrodictyon reticulatum Lagrh.
—
Pediastrum Boryanum Menegh.
longipilum Ktz.
Bory.
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12
Raphidium polymorphum Fres.
Characium subulatum A. Br.
—
Oecystis Naegelii A. Br.
Rivularia minutela Bor.
Protococcus botryoides Krch.
Nostoc piscinale Ktz.
Mongeotia parvula Hass.
Gloeotrichia pisum Thr.
flos
porticalis Cleve ampl.
Ralfsii
crassa Ktz. ampl.
Lyngbya Mertensiana Menegh.
Rbh. ampl.
Cosmaridium
—
Hansg.
Ralfsii
nitidulum
—
De
lyugbyacea Hansg.
—
—
Cosmarium granatum Breb.
—
Flah.
variabilis
polymorpha Krch.
inflata
&
— carneura Ag.
Anabaena
Ktz.
—
aque Bröb.
—
Hansg.
— licheniformis Bory.
anipl.
Spirogyra gracilis Kotz. ampl.
—
—
—
—
natans Rbh.
-
Not.
paludinae Hansg.
phormidium Ktz,
margaritiferum Menegh.
—
anguina Hansg.
Hapalesiphon pumilis Krch,
—
chalybaea Hansg. B. turfacea Hg.
Tolypothrix lanata Wartm.
Clastidium setigeium Krch.
Gloecystis Gigas Lagrh.
Die Pilze und Lebermoose
wurden
brad
in
der Gegend von Podie-
bisher
näher
nicht
unter-
Von den letzteren erwähnen wir die Riccia fluitans
sucht.
(Fig.
der
2.)
welche
Lemna
Gesellschaft
in
trisulca
in
seichten
Gewässern dichte Rasen bildet
und vielen niederen Pflanzen Anhaltspunkte gewährt.
Von Laubmoosen verdient
bloss das
Hypnum
welches in Massen
Erwähnung,
besonders in
Fig. 2.
den
Wiesengräben
vorkommt.
Ganz besonders interessant ist das
Moos Octodi ceras Juli an um Bried
Riccia fluitans.
(Fig. 3.), welches in einem
Podiebrad im Jahre 1890 vom Prof.MatouSek gesammelt wurde.
Brunnen
in
Für die Arbeit über die Elbe ist besonders
die Wasser- und Uferflora, die aus höheren Pflanzen
besteht, einer Betrachtung werth.
Von Phanerogamen
Wasserlinsen,
trisulca L.,
die
minor
in
L.,
sind
es
vor allem die
4 Arten auftreten (Lemna
gibba L. und polyrrhiza L.)
ganz unabhängig vom Boden.
Viele
audere
Wasserpflanzen
haben
Wurzeln im Schlamme des Bodens und dann
(Fig.
3.)
Octodi ceras Juli au um,
Bried. Nat. Grösse.
ihre
sind
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13
Arten,
es
untertaucht
die
sind,
oder
nun ihre Blätter
bis
zum
Wasserspiegel
erheben (Hydrocharis, Nymphaea, Nuphar).
Wichtig sind neben dem
Tümpel,
die Ufer-Pflanzen tiefer
am
die die Vegetation
Richtung
Wind
der
in
sind,
dass
Wasserspiegel
vor
nützlich
den
sie
besten
und
charakterisieren
schützen, es sind Scirpus,
und
Phragmites
Sparganium,
welche durch zahlreiche Ausläufer des Wurzelstocks
tativ sich
vege-
vormehren und dichte
Bestände bilden.
Unter den hier vorkom-
menden untertauchten Pflanzen
ist
am merkwürdigsten Najas
major
welche
Roth.,
von der
interessantes Beispiel
Wanderung
aufwärts
der
Böhmen nur
in
Elbe
erschien
zwischen Raudnitz
und
sie
Brandeis,
u.
der Gegend von Podie-
in
brad wurde
1887
Leitmeritz
bei
dann
bekannt,
strom-
Dieselbe war
giebt.
ursprünglich
aus
Art
einer
ein
wieder
im Jahre
sie zuerst
worauf
constatiert,
und
verschwand
sie
erst
1899 von uns wieder gefunden
wurde und
Arme
der
zwar
im
Skupice
breiten
und beim
Oppelt.
Es wurde
von Dr. Vävra
zweier
dieser
Fund
zur Fotografie
Habitusbilder
benützt,
welche
um
als die
getrocknete Pflanze ein
sehr
so werthvoller sind,
erbärmliches Bild
interessanten Art giebt.
4,
dieser
(Fig.
5.)
Die ruhigeren aber tiefen
Buchten der Altwässer der Elbe
Fig. 4.
Najas major Roth. Habitusbild in
1
j6
nat.
Grösse.
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14
zieren die prachtvollen Wasserlilien:
überhaupt
in
der Skupice ansässig),
Nymphaea Candida
N. alba L.
(z.
Presl (Fig. 6.) (diese Art
B. bei Libice) und die gelb-
blühende Seeblume. (Nuphar luteum L.)
Fig. 5.
Najas major, Roth. Natürl. Grösse.
Die erstere Art unterscheidet sich von der nahe verwandten Art N. alba L.
(welche zwar in
Böhmen
ziemlich selten vorkommt, aber in Nord-
u.
Mittel-Europa
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15
ganz gemein
hauptsächlich
ist)
— 10),
durch die geringere Zahl der Narbenstrahlen (ge-
Länge nach rinnig sind, durch den Fruchtknoten, der
unter der Narbenscheibe verschmälert und dort frei von Staubfäden ist, und durch
wöhnlich nur 6
die der
die stark vierkantige Kelchbasis.
N. alba bildet auf
den ganz abgeschlossenen
Umge-
der
Altwässern
?
bung von Podiebrad abgeschlossene
runde
Gruppen, die im kurzen
Wurzelstock ihren Ursprung
,•
,
u
.'.
v
<-
"
°
'
haben.
Diesen
Wachsthumsunterschied
von N. Candida Presl (die
ganz
unregelmässig
wächst, indem sie längere
Ausläufer
Wasser
unter
finden wir in der
treibt)
Literatur nie besprochen.
Zwischen den Blatt-
Nymphaeen
stengeln der
wächst C e r a
o p
t
lum demersum
h y 1-
Au
L.
weiten vom Ufer entfernten
seichteren
Stellen
trifft
man Potamogeton
tans
L.,
und
L.
sowie
welche
auf
die
Abart P.
(Roth
fluitans
Mitte
der
na-
perfoliatus
Juli
Skupice
sp.),
1900
häufig
Fig.
blühte.
Nymphaea
Ausserdem trifft man
6.
Candida. Presl.
Pot. crispusL., pectinatus,
sowie P. mucronatus Schrad., den hier zuerst in
In Gesellschaft der genannten Arten
Böhmen
kommen
Prof. Velenovsky sammelte.
hier nachfolgende vor:
Elodea canadensis Rieh.
Hydrocharis morsus ranae L.
Utricularia vulgaris L.
Hottonia palustris L.
Myriophyllum verticillatum L.
—
spicatum L.
In
der
Lamk. grosse
fliessenden
Polster.
Elbe
bildet
längs
der Ufer
Ranunculus fluitans
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16
Trapa natans
L. Die Wassernuss
ist
gegenwärtig von hier verschwunden,
man abgestorben im Schlamme der Skupice.
Von den Uferpflanzen nimmt die erste Stelle Scirpus lacustris L. mit
und man trifft diese Art auch weit vom Ufer
oft 3 M. langen Halmen ein
aber ihre ornamentale Frucht fand
seinen
an.
Ausserdem wächst hier Equisetuui limosum L. und nachstehende Pflanzen
Sparganium ramosum (Huds) Beeby.
Acorus calamus L.
Butomus umbellatus
L.
pseudacorus L.
Iris
Phragmites communis Trin.
Glyceria aquatica Vahl.
Auffallend
denn
Hellich
Podiebrad zu
dass hier
Typha
fehlt,
Herrn Apothekers
nirgends in der Gegend von
sie
ist
ist,
Angabe
nach
des
treffen.
Neben den Gruppen genannter Pflanzen
wachsen
an
seichteren
nur
meist
Stellen
vereinzeint folgende.
Alisma plantago L.
Rumex hydrolapathum Huds.
—
maximus Schreb.
(selten)
Ranunculus sceleratus L.
—
lingua L.
Sium
latifolium L. typica.
Cicuta virosa L.
Berula angustifolia Koch.
Durch seine Grösse überrascht
nunculus lingua
der
L.,
Ra-
schon
einer
wärmeren Lage angehört und von dem wir
in Fig.
7.
ein Habitusbild bringen.
Die Vegetation des Festlandes, namentlich der oft inundierten
Wiesen
soll
nun
in
nachfolgendem kurz geschildert werden.
Weiden
sind folgende
Salix alba L.
—
—
fragilis-alba (viridis Fr).
—
viminalis
viminalis L.
X
purpurea
(L.
rubra
Huds).
—
purpurea.
—
amygdaliua L. «) concolor.
Fig.
(t)
—
amygdalina
phaifolia Thaill.)
7.
discolor.
X viminalis.
(S.
hippo-
Ranunculus lingua
in
'/»
n at. Grösse.
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17
In Gesellschaft der
tilis
Weiden
finden wir Euphorbia palustris L., Senecio fluvia-
Wallr., Spirea ulmaria L. ß) denudata Presl, salicifolia L., welche Arten hier
eine typische Weidenformation bilden.
Zur Ufervegetation gehören noch
Bestäuden antrifft:
diese
Pflanzenarten,
man
die
nicht in
auffälligen
Juncus conglomeratus L.
Equisetum palustre L.
Carex vulpina L.
—
—
—
—
—
— elongata L.
— acuta
—
Good.
—
L.
— paludosa Good.
— vesicaria L.
L.
stricta
flava
—
—
—
effusus L.
glaucns Ehrh.
lamprocarpus Ehrh.
compressus Jacq.
bufonius L.
Rumex hydrolapathum Hudß. durch
ihre Grösse auffallend.
ampullacea Good.
—
maritimus L.
riparia Curt.
—
sanguineus
hirta L.
L.,
R.
maximus
Schreb., R. aquaticus Schieb.
Scirpus silvaticus L.
—
—
—
Zu
Pflanzen
hören
acicularis L.
palustris Link.
ovatus Roth.
den
der
wärmeliebenden
Ufervegetation ge-
:
Senecio paludosus L.
Veronica
anagallis
«.
L.
y.
pallidiflora Cel.
Gratiola officinalis L.
Roripa
amphibia Bess.
ct.
riparia Tausch.
Barbarea
stricta
Andr.
Lathyrus palustris L.
Galega officinalis L.
Unter den Wiesenpflanzen
findet
man
unter den gewöhnlichen
Gräsern diese Arten der
I.
For-
mation:
Sesleria
coerulea
Ard.
ß.
dann Allium acutangulum Schrad.
uligfnosa Opiz,
Symphytum officinale L.
bohemicum (Schm.).
ß.
Veronica longifolia L.
Scutellaria hastifolia L.
Lavatera thuringiaca
Silaus pratensis Bess.
L
Fig. 8.
Fruchtende Pflanzen von Colchicum autumnale L.
Vi nat. Grösse.
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18
Das massenhafte Auftreten der fruchtenden Pflanzen der Herbstzeitlose (Colwird zur Zeit der Heuernte auffalend und für den Landwirth lästig.
Dieses Unkraut muss aus dem Heu entfernt werden und wird auf
grosse Haufen gesammelt und in die Fahrwege zur Vernichtung gelegt. Da dieses
Sommerstadium den meisten unbekannt ist und seine Zugehörigkeit zur Herbstzeitchicum autumnale L.)
lose nicht geahnt wird, so
Ein
die
buntes
Bild
Laubbäumen,
aus
geben wir ein Habitusbild.
liefert die
(Fig. 8.)
Vegetation der Waldungen der Elbeniederung,
sandigen Kiefenväldern
Hainen bestehen.
und gemischten
Unter den Nadelhölzern nimmt auf allen nicht allzutrockenen Sandböden die
Kiefer (Pinus silvestris L.) eine hervorragende Stelle. Die Sandfluren der hiesigen
Kieferwaldungen bewohnt unter den Gräsern hauptsächlich:
Festuca glauca L.
v.
psammophila Hack., Corynephorus canescens P. B., Koeleria glauca D C. und Nardus
stricta L. Bunter sehen die Laubwalduugen des Elbthales aus.
Bestände setzen
sich meist aus folgenden
Baumarten zusammen:
Quercus pedunculata Ehrh. (Sommereiche.)
Carpinus betulus L. (Hainbuche.)
Eingesprengt oder auch augepflanzt unter diesen Waldbäumen, aber ziemlich
zahlreich
kommen
dort vor
Ulmus campestris
L. (Rüster.)
Alnus glutinosa Gärtn. (Schwarzerle.)
Populus tremula L. (Espe.)
Tilia ulmifolia Scop. (Winterlinde.)
Betula verrucosa Ehr. (Birke.)
Acer cauipestre L. (Feldahorn.)
Evonymus europaeus
Der
nördlich
wärmeliebende
Podiebrad
von
Pflanzen
L. (Spindelbaum.)
und
sich
erhebende
Bifora radians M. B.
die
Wolfsberg
ist ein
besitzt
manche
Repraesentant der
Steppenflora.
Man
findet
am Wollsberg
unter anderen
Carex Michelii Host.
Scorzonera hispanica L.
—
laciuiata L.
Lithospermum purpureo
—
coeruleum L.
Linaria spuria Mill.
Orobanche coerulea
Vill.
Thlaspi perfoliatum L.
Erucastium
Pollichii
Schimp. Sp.
Hesperis runcinata W. K.
Linum flavum
L.
Caucalis daucoides L.
Bei Besprechung der Verhältnisse der Pflanzenwelt wollen wir auf mehren'
Erscheinungen hinweisen, welche dem Forscher bei der Untersuchung des Planctous
begegnen.
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19
Es sind
Wie
(Fig. 9.)
diess vor allen die Sternzellen aus den Stielen der Nymphäenblätter.
aus der Anatomie bekannt
Winkeln der Intercellularräume der
sind es cuticularisierte Zellen, die in
ist,
von Nympheaen sich entwickeln.
Blattstiele
Fig. 10.
Pollen einer Coniferae.
Vergr. 60mal.
Fig. 9.
Steruzelle einer
Dann
ist
Nymphea. Vergr. 50mal.
der Pollen (Fig. 10.) der Coniferen, welcher deu Anfänger
in ver-
schiedener Lage erscheinend leicht täuscht und Rhizopoden vorspiegelt.
VI. Die Fauna der Elbeniederung iu der
Umgebung von
Die nun folgende Schilderung der Fauna der
Giltigkeit
für
Für
Umgebung von Podiebrad
die ganze Elbeniederung von Pardubic bis
Typus des fruchtbaren
oft
Poiliebrad.
Memik.
Es
ist
hat
das ein
inundirten Gebietes.
die Beurtheilung der jetzigen Thierwelt ist es interessant,
Daten über
und verdanke ich dieselben dem
eifrigen Forscher der Vorzeiten dieser Gegend, Herrn Apotheker J. Hellich, und bediejenige
nutze
aus
früheren
Zeiten
zu
verzeichnen,
auch den Artikel des Herreu Otakar
Herrschaft Podiebrad. (Vesmir, 1894,
p.
G. Paroubek
über die Thierwelt der
243.)
Säugethiere.
Zur Beobachtung
oft
der Säugethiere fanden wir wenig Gelegenheit,
wiederkehrenden Überschwemmungen gestatten nicht,
geübte Fangmethode für kleine Säugethiere
*)
anzuwenden.
Untersuchung zweier Böhmerwaldseen,
p.
7.
*)
die
im
denn die
Böhmerwalde
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20
Im
"Flussgerölle
Elbe
der
werden
von
Zeit zu Zeit Reste von diluvialen
Säugethieren gefunden. Grosse, braun gefärbte Mamuthknochen
in
der Gegend von
dann Zähne vom Main uth, Rhinoceros und Pferd im Gerolle von Klavar,
das behufs Strassenschotterung gewonnen und in Podiebrad gelandet wird.
In vorhistorischen Gräbern und Aschenhaufen fand Herr Hei lieh Hirsch-
Lissa,
geweihe, Wolf-, Hund- und Bieber-Reste (bei Bylan), Wildschweiuhauer und Kiefer
und auch aus diesen Thierknochen verfertigte Geräihe. Ein Kiefer des Biebers
wurde auch am Elbeufer bei Lissa gefunden und unserem Museum übergeben.
Der Bieber war noch 1642 häufig, aber in einem Berichte vom Jahre 1745 geschieht vom Bieber keine Erwähnung mehr. Von aussterbenden und für die Elbeniederung ausgestorbenen Säugethieren erwähnen wir den Wolf, auf dennoch die
den vorletzten 3 Jahrhunderten in beigefügter
wurde
im vorletzten Jahrhundert in einem eigenen
Liste verzeichnet sind. Derselbe
Wolfsgehege gehalten, mit Pferdefleisch gefüttert und von einem eigenen Wärter
mit dem Gehalte von 233 Meissner Schock gepflegt.
betreffenden
Schussgelder
aus
Von den übrigen Säugethieren wollen wir nur nachstehendes verzeichnen.
Fledermäuse
bei Eintritt der
schein
um
sind im ganzen selten.
Dämmerung
Vesper ugo noctula wurde
beobachtet.
Am
21.
April
wurde
in
der Regel
bei vollem
Sonnen-
3 U. 30 m. diese Art beim Fangen der Chironomuslarven an der Wasser-
oberfläche beobachtet.
Bei
der Restaurirung der Pfarrkirche wurden viele Fledermäuse gefunden.
Eine Revision der Dachböden des Schlosses ergab 10 Exemplare von Vespertilio
murin us, deren Embryone am
Der Maulwurf ist in
sehr wunderbar, wie derselbe die
15.
Mai die Grösse einer Erbse hatten.
den Wiesen der Elbeniederung häufig, und es
ist
denn kaum
ist
häufigen Inundationen übersteht,
Wasser abgefallen so beginnt er seine wühlerische Thätigkeit. Beim Steigen
Wassers flüchten sich viele auf nahe Erdhügel oder klettern auf Gesträuche
und Bäume, aber das reicht nicht hin die Sache zu erklären.
Von Spitzmäusen wurde bloss die Wasserspitzmaus in einem frischen
Exemplar ohne Kopf auf einem Wege vorgefunden und zwar am 20. März bei Hochwasser.
Beim Igel überrascht die grosse Anzahl, ia welcher derselbe wegen des
grossen Schadens, den er an der Fasanenbrut anrichtet, vertilgt wird so im Jahre
1888-89 377 Stück! Das Schussgeld beträgt 12 Heller. Bloss im Fasangarten
werden jährlich an 50 Stück vertilgt.
Der Dachs wurde in den letzten 15 Jahren bloss 3mal erlegt.
Der Fuchs verirrt sich bloss zuweilen als Gast und wird in den Schusslisten der letzten 16 Jahre gar nicht angeführt.
Noch im Jahre 1745 war ein
Schussgeld von 20 kr. für den Alten und 10 kr. für den Jungen ausgesetzt.
Die Marder werden jährlich in circa 30 Stücken erlegt. Das Schussgeld
das
des
;
beträgt jetzt 2 Kronen.
Die Iltisse werden in 200 bis 300 Exemplaren jährlich abgeliefert. (Schussgeld 80 Heller.)
Die Fischotter ist vorhanden, aber das Legen von Eisen ist
Gegend sehr gefährlich, da leicht Menschen hinein gerathen könnten. In den
10 Jahren wurden 5 Exemplare der Fischotter abgeliefert.
in
der
letzten
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21
Von den
ein,
in
kleinen
Nagern
stellte
sich
die
oft
Hausmaus
in die Station
deren Lebern regelmässig die Bandwurmlarve Cysticercus fasciolaris bis von
Waldmaus
10 cm. Länge aufgefunden wurde. Auch die
(Mus
sylvaticus)
wurde
einmal gefangen.
Wanderratte
(Mus decumanus) machte sich nicht bemerkbar, aber
der Stadt und war namentlich sehr häufig, so lange die alten Kasernen
Die
haust in
besetzt waren.
Die
Wasserratte
(Arvicola amphibius) wurde nur einmal an der Primator-
insel beobachtet.
Haase
Der
ist
dieser
in
fruchtbaren Gegend äusserst häufig.
der jährlich erlegten schwankt zwischen
Wilde Kaninchen
2—7
Die Zahl
Tausend Stücken.
werden jährlich im Fasangarten
circa
50 Stück
erlegt.
Der Bieber. Ein Kiefer des Biebers wurde in einem neolitischen Culturam Cernavka-Bache gefunden, ein anderer am Elbeufer bei
Lissa. In alten Registern (z. B. dem vom Georg Refigius Kleefeld aus dem Jahre
1642) wird der Bieter unter den Fischen angeführt und dort bemerkt, dass von
jedem erlegten Bieber der Schwanz und die Pratzen auf das Schloss abzuliefern
haufen bei Pofiöan
seien,
einen
wofür
Krug
die
Fischer
einen
Meissner Groschen
erhielten,
den
für
Abschussliste des Wildes der Herrschaft Podiebrad in den Jahren 1884
bo
E03
Jahr
M
(D
CO
cS
es
1884—1885
1885—1886
1886—1887
1887—1888
1888—1889
1889—1890
1890—1891
1891—1892
1892—1893
1893—1894
1894
a
a
s
03
1895
4
12
6
5
7
8
11
14
20
CS
w
97
29
58
54
59
78
105
46
69
195
156
102
65
117
128
110
1987
1882
1212
2092
1805
2100
2840
2334
4149
7061
4256
2079
1932
2201
2519
2650
CS
a
cd
co
es
3304
2761
1651
5116
2162
2784
1696
3032
4709
6868
3743
4267
2819
2638
2350
2219
,o
j3
jh
CS
CQ
1948
3539
640
2350
1571
2272
1832
1813
3331
6039
3443
980
1396
2100
2047
3218
— 1900.
a
a
ja
1895—1896
1896—1897
1897—1898
1898—1899
1899—1900
zweiten
Bier.
12
10
5
11
—
4
B
CD
ja
u
>
zn
Q
50
20
43
16
48
20
8
17
6
3
6
12
5
2
1
9
6
5
19
13
13
10
14
31
a
a
a
—
—
—
7
20
29
106
217
896
215
109
94
17
64
93
8
41
7398
8241
3609
9639
5652
7278
6518
7349
12497
21080
11839
7561
6331
7172
7162
8282
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22
Belehrend über den Stand des Schädlichen sind die Premien aus älteren und
jüngeren Zeiten.
Gr.
Hell.
Gld,
I9u0
1745
1714
1651
Kr.
Gld.
Kr.
K
Schock
Alter
Wolf
.
.
30
45
.
Junger Wolf
Alter Fuchs
Junger Fuchs
Alte Wildkatze
Alte Hauskatze
Alter Hauskater
Junger Hauskater
30
.
.
.
.
11
.
.
5
20
5
2
10
15
6
2
.
.
02
04
.
Alter Marder
.
Altes Wiesel
.
.
Dachs
Wildschwein
.
.
.
.
.
20
20
.
04
02
Iltis
Fischotter
14
03
Hund
Eichkatze
.
.
.
.
.
.
.
20
40
20
45
30
45
7
14
6
6
3
I^el
Alter Adler
Junger Adler
Alter Fischadler? (Pochop)
17
8
03
17
03
12
Uhu
30
08
4
Hühnerhabicht etc
Eulen
Sperber
Thurmfalken
Elstern und Krähe
....
.
4>
Alter Fischreiher
Junger Fischreihe
04
02
03
Wasserrabe (Larus?)
Rohrdrommel
.
wird jetzt in einem kleinen Thiergarten gehegt.
circa
wurde schon 1651 in
20 jährlich abgeschossen.
Das
Reh
liebt sehr die feuchten
Stellen,
wo
viele
Brombeeren zu finden
beträgt
50—110
Das
6
Dammhirsch
werden daselbst
die Thiergarten eingeführt. Jetzt
Waldungen der Elbeniederung, besonders
Die Zahl der jährlich erlegten Rehe
sind.
Stücke.
Wildschwein
auf dasselbe war
36
14
14
.
.
Der Edelhirsch
Der
3
3
3
.
12
3
3
3
2
1
war im
18.
Gulden, für junge 18
Jahrhunderte häufig und ein Schussgeld
— 45
kr.
ausgesetzt.
Später wurden dieselben auf Befehl des Kaisers Josef II. bloss in Thiergarten
gehalten, weil sie der Landwirthschaft grossen Schaden verursachten.
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23
Der Wildstand
hiesiger
in
Gegend
ist
aus älteren
und neueren Abschusstabellen
ersichtlich:
1748
Hochwild
.
Dammwild
.
.
*)
1750**) 1848
.
.
1
.
6
.
.
.
.
4
.
Fasanen
Rebhühner
Wachteln
.
.
.
Birkhühner
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
20
95
100
115
480
3772
450
480
824
4600
3247
2
Hasen
Kaninchen
1894***)
.
Rehwild
Wildschwein
1849
1648
2716
3200
1708
1306
800
2714
3898
2400
113
4
Waldschnepfen
.
.
10
Wildenten
.
.
78
.
Wilde Truthühner
5
Abschussliste des Schädlichen in der
.
Fahren 1884—1900.
TS
3 Ö a
3 a e
a 3 3
"
CD 3 Ja
,
r
CU
N
O
o
Jahr
-1-3
S-i
CD
'S
S
CG
CD
W
Ct!
Bussar
a
o3
l—
1884—1885
1885—1886
1886—1887
1887—1888
1888—1889
1889—1890
1890-1891
1891—1892
1892—1893
1893-1894
1894—1895
1895—1896
1896—1897
1897—1898
1898—1899
1899—1900
*)
.
.
.
.
.
.
.
.
.
:
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
143 259
230 593
185 260
l
191 369
215 487
1
274 611
361 388
441 585
607 628
309 376
295 590
308 492
l
126 268
146 316
2 22 264 499
34 219 403
12
— 20
— — 10
— 17
— — 14
— 10
— — 24
— — 26
—
— — 32
— — 2111
— 38
— 16
— — 26
1
1
1
—
Es
(3
58
65
59
79
98
117
154
162
121
110
128
159
120
124
175
131
CD
1—
169
213
177
307
288
341
323
476
397
453
501
373
273
382
402
302
670
536
485
579
663
996
530
702
658
908
524
495
310
312
353
326
Habicht
1
*ö3
39
33
39
48
143
102
126
110
111
69
110
182
210
163
177
377
158
)
22
44
35
22)
61
41
I
1
—
64
63
—
—
—
—
31
)
55
68
27
l )
44
2 2)
5
3
I
***)
Nach Durchschnitt der
Steinadler.
'')
Flussadler.
letzten 5 Jahre.
')
Schreiadler.
W3
BS
<
1
3
139
198
120
139
182
138
168
228
186
247
241
232
110
167
143
151
Abschuss von 9 Schützen in 3 Tagen, bei der Paradiessjagd. (Rajskä honba).
Tagen yon 9 Schützen.
**) Kaiserjagd in 4
*)
o
433
744
637
—
—
621 —
503 —
690
653 —
809 —
695 —
888 —
731 —
959 —
354 —
348 —
485 —
1
501
1919
2671
2003
2489
2607
3365
2726
3604
3457
3443
3268
3335
1768
2042
2725
2230
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24
Vögel.
Die Daten über die intressanten Vorkommnisse ans
sich vor
auf die Sammlung
allem
des Herrn Hoffmann,
der Vogelwelt stützen
welche
ich in Podiebrad
im Jahre 1871 zu revidiren Gelegenheit hatte.
Ausserdem
notirte
die beobachteten Arten
ich
während der kurzen Besuche
auf der Station, welche freilich nur lückenhaft sind.
Bezüglich der Nomenclatur richte ich mich nach der im Artikel Wirbelthiere
Böhmens, Archiv
II.
2 angenommenen.
Von Raubvögeln wurde hier der Flussadler in 16 Jahren 3mal erlegt
uud der schwarze Milann einmal. In den Elbeniederungen namentlich bei Pardubic
wird öfters ein junger
Seeadler
geschossen.
Einmal der Schreiadler.
Der Wespenbusard und der gemeine Miiusebusard sind normale Bewohner der hiesigen Wälder. Noch im 17. Jahrhundert wurde hier die Falkenjagd gepflegt, und das Dorf Sokolöi war der Sitz der Falkoniere und im 18. Jahrh.
wird noch in Podiebrad ein Falkenhaus erwähnt.
Schneeeule wurde bei Sadskä im Jahre 1864 erlegt.
Der Grünspecht und der grosse Buntspecht lassen sich
der Wendehals und der Kukuk.
Die Mauersegler nisten am Schlosse.
Die
ebenso
Der
Der
Wiedehopf
Zaunkönig
Ausser
den
Standvogel in der Nä,he der Station.
gewöhnlichen
Parus major einen Schwärm
Elbeteinitz im
Der
die
Die
Baumpieper
lässt sich
wir
auch Parus coeruleus
und nisten Ulieselben
und
bei
einer Erle
Jungen am
2.
an Waldblössen hören.
nistet
an den die Skupice umgebenden Wiesen,
die Elbeufer.
Wachholderdrossel
nistete
etwa 10 m.
im Jahre 1898 auf der Primator-Insel
dem Boden und beobachteten wir
über
August.
Schwarzamsel
Von den Rohrsängern
viele
sahen
Schwanzmeisen
Walde Boucina.
dem Gabelast
die flüggen
Meisen
von
Die gelbe Bachstelze
weisse Bachstelze belebt
Die
in
an Waldrändern des „Bor" häufig hören.
lässt sich
ist
öfters hören,
häufig auf den Elbeinseln.
ist
ist
der
Teichrohrsänger der häufigste und nisten
Drosselrohrsängers
Paare im Schilfe der Skupice; auch ein Paar des
sammt Jungen wurde am
15. Juli
an der Skupice gesehen.
In den 'Weidenpflanzungen vor der Station nistete der Sumpfroh rsänger
und Hess im Jahre 1898 den ganzen Sommer sein Lied erschallen.
Von den Grassmückeu hielt sich die Zaungrasmücke (Sylvia curruca)
Nähe der Station auf, und der Sprachmeister ist in den Stadtgärten im
Sommer häufig.
in der
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25
Die früher sehr häufigen
Nachtigallen
sind
und
jetzt selten geworden,
nur im Fasangarten nisten mehrere Paare.
Blaukehlchen werden
Die
Frühjahrs-Zugzeit
zur
alljährlich
aus
der
auf
dem
Elbeniederung auf den Prager Vogelmarkt gebracht.
Das
Der
Hausrothschwänzchen nistet auf der
braunkehlige Wiesensch metzer findet
nahen Kirche.
sich
regelmässig
Gestrüpp an den Ufern der Skupice.
Der graue
der
Badehäuser.
todtes
Junge
Die
in
Fliegenschnapper
nistet auf der Primatorinsel in der
Ein Sturm warf im Juni ein Nest herab,
einem interessanten Dunnenkleide vorfanden.
dem
in
Nähe
wir ein
Dorfschwalbe
die Brut massenhaft
ist nach den letzten sehr ungünstigen Jahren,
wo
wegen Nahrungsmangel abstarb, sehr spärlich vorhanden. Ein
Pärchen
verspätetes
sahen
wir
am
10.
November
oberhalb
1899,
eines
Gartens
unweit der Kirche.
ist die Stadtschwalbe jetzt
Uferschwalbe nistete im Jahre
Ebenso
Die
sehr sparsam vorhanden.
1898 sehr häufig,
den lehmigen
in
Ufern des Elbeflusses, verschwand aber gänzlich in diesem Jahre nach der Cata-
wo nach
strophe,
Tage
viele
Regen
anhaltendem
Insecten
alle
aus
der
Luft
verschwanden.
Würger
Der rothrückige
Sommer auf.
Die
Dohle
hielt
sich
an den Ufern der
aber grosse vorüberziehende
ist selten,
Schaaren
Skupice im
wurden
be-
obachtet.
Die
I
ie
Nebelkrähe, graue Winterkrähe, kommt einzeln vor.
Saatkrähe zieht öfters aus der grossen Brutkolonie
bei
Weltrus auf
die leider der Elbeniederung.
Die Pirol
nistet auf
den Elbeinseln und seinen Laut hört man im Sommer
den ganzen Tag.
Staare
Die
fielen
auch in den letzten 2 Jahren, aber im Jahre 1890
im Herbste grössere Schaaren in die Schilfpartie der Sku-
litten
wieder
schon
pice ein.
Die Grauammer nistet in der Elbeniederung und vom Rohrammer
wurden zahlreiche Junge nach der Herbstheuernte auf den Kuppen beobachtet.
Schneespornammer
Der
und sah
Exemplare
ich
Horto
Den
1
in
a n
wurde im Jahre 1869 bei Podiebrad erlegt
der Sammlung des Herrn Hoffmann.
findet
man
zwischen
Kolin
und Elbeteinitz
an
der
Strassenallee.
Der Buchfink und
auch der
der
Stieglitz
nisten
häufig auf der Elbeinsel,
so
Grünling.
Der
Goldammer
Vom
wurde spärlich beobachtet.
Haussperling
Die Vögel wurden
hielten sich sehr wenige in der
Nähe der Elbe
im achtzehnten Jahrhundert hier stark verfolgt
auf.
und musste im